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Stromerzeugung in Deutschland: 2022 deutlich mehr Strom aus Solarenergie gewonnen

Die vielen Sonnenstunden und der Bau neuer Fotovoltaikanlagen bescherten Deutschland im vergangenen Jahr besonders viel Solarstrom. Der Ausbau der Windkraft stockt hingegen.
Nahaufnahme von Fotovoltaikmodulen
Mit Fotovoltaikanlagen lässt sich vergleichsweise sauber Strom erzeugen.

Im Jahr 2022 konnte in Deutschland 19 Prozent mehr Solarstrom erzeugt werden als noch 2021. Das berichtet das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in seiner Jahresauswertung zur Stromerzeugung. Demnach erzeugten Fotovoltaikanlagen rund 58 Terawattstunden Strom, wovon etwa fünf Terawattstunden für den Eigenverbrauch genutzt wurden und 53 Terawattstunden ins öffentliche Stromnetz gelangten. Grund dafür waren sowohl ein merklicher Zubau von neuen Anlagen als auch das warme Wetter in Deutschland: Mit rund 2025 Sonnenstunden war 2022 das sonnigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, wie der Deutsche Wetterdienst am 30. Dezember meldete.

Insgesamt lag die Solarenergie damit im vergangenen Jahr auf Platz drei bei der Nettostromerzeugung in Deutschland. Platz eins belegte die Windkraft mit rund 123 Terawattstunden, gefolgt von der Braunkohle mit gut 107 Terawattstunden. Als Nettostromerzeugung bezeichnet man die Differenz zwischen der Bruttostromerzeugung und dem Eigenverbrauch der Kraftwerke.

Während an Land im Jahr 2022 etwa durchschnittlich viel Strom per Windkraft erzeugt werden konnte, fiel die Ausbeute offshore eher unterdurchschnittlich aus. Auch der Bau von neuen Windkraftanlagen stocke nach wie vor, heißt es im Bericht. Dennoch konnten 2022 rund elf Terawattstunden mehr Strom durch Windenergie erzeugt werden als noch 2021. Schlechter sah es bei der Wasserkraft aus, die 2022 durch den heißen und trockenen Sommer deutlich weniger Energie lieferte als noch im Vorjahr.

Zusammengenommen konnten 2022 mit erneuerbaren Energiequellen etwa 7,4 Prozent mehr Strom erzeugt werden als 2021. Ihr Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung lag damit bei knapp 50 Prozent. Einen Aufschwung erlebte auch die Kohleverstromung, die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine und die wegfallenden Gasimporte 2022 das dritte Jahr in Folge anstieg. Die Stromerzeugung aus Gas und Kernkraft war hingegen wie zu erwarten rückläufig.

Die Energiekrise und die stark gestiegenen Strompreise wirken sich auch auf den Stromverbrauch aus: Dieser fiel mit insgesamt 484 Terawattstunden rund 20 Terawattstunden geringer aus als noch im Jahr 2021.

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