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News: Studie über Zusammenhang zwischen Autismus und Kinderimpfung in heftiger Kritik

Eine 1998 publizierte Studie, welche die in Großbritannien übliche Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) in Verdacht geraten ließ, Autismus auszulösen, ist heftig in die Kritik geraten. Wie jetzt bekannt wurde, hatte der Autor der Veröffentlichung, Andrew Wakefield, für die Untersuchung fast 82 000 Euro von einigen Eltern bekommen, die bei ihren Kindern einen solchen Zusammenhang vermuteten und rechtliche Schritte einleiten wollten. Diesen möglichen Interessenskonflikt hatte Wakefield der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet, die seine Ergebnisse veröffentlichte, nicht mitgeteilt.

Richard Horton, Herausgeber von The Lancet, sagte nun, er hätte Wakefield von der Aussage einer möglichen Verknüpfung zwischen Impfung und Autismus abgeraten, wenn er diese Hintergrundinformation gekannt hätte. Überhaupt halte er die Ergebnisse nun für unglaubwürdig und fehlerhaft.

Die Studie umfasste zwölf Kinder und erbrachte keinen Kausalzusammenhang, wie Wakefield und andere Wissenschaftler betonen. Allerdings hatte sich der Forscher anschließend in der Öffentlichkeit dahingehend geäußert, dass der mögliche Zusammenhang beunruhigend sei und Vorsichtsmaßnahmen erfordere. Dies führte dazu, dass die Zahl der geimpften Kinder um zwölf Prozent gesunken ist und Mediziner nun ein vermehrtes Auftreten der Krankheiten fürchten.

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  • Quellen
The Lancet 351: 637–641 (1998)

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