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Geophysik: Stürme dellen Erdkugel ein

Hurrikane schütten immense Mengen Wasser über dem Festland aus. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Erdkruste.
Hurrikan »Maria« im Thermobild

Die Vereinigten Staaten wurden 2017 und 2018 von starken Hurrikanen getroffen: »Harvey« und »Florence« brachten jeweils mit Dauerregen gewaltige Wassermassen über das Festland und sorgten für ausgedehnte Überflutungen, die nur langsam zurückgingen. Für Geowissenschaftler sind diese Ereignisse allerdings nicht bloß Naturkatastrophen; sie ermöglichen auch neue Einblicke in die Erddynamik. Chris Milliner vom California Institute of Technology in Pasadena und sein Team beschreiben in »Science Advances«, wie »Harvey« regional die Erdkruste eingedellt hat. Der Sturm schüttete rund 100 Billionen Liter Wasser über Teile von Texas, als er dort im August 2017 das Festland erreichte.

Mit Hilfe von GPS-Satellitendaten konnten Milliner und Co auf den Millimeter genau beobachten, wie das Gewicht dieser Niederschläge die Erdkruste in die Tiefe drückte. Um 21 Millimeter sank das Land in den am stärksten betroffenen Gebieten ab, und erst nach fünf Wochen hatte es sich wieder auf die ursprüngliche Höhe gehoben – so lange hatte es gedauert, bis das gesamte Flutwasser aus der Region verschwunden war. Etwa 60 Prozent der Regenfälle waren demnach direkt oberflächlich oder über das Grundwasser wieder in den Ozean geströmt, zehn Prozent verdunsteten in den Tagen nach dem Sturm – und ein knappes Drittel verblieb erst einmal als stehendes Wasser auf dem Land. Erst nach und nach verdunstete es aus Senken oder wurde von Pflanzen aufgenommen und später wieder ausgeschieden.

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