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News: Stunden nach der Katastrophe

Unmittelbar nach dem Asteroiden-Einschlag am Ende der Kreidezeit brachen weltweit Feuersbrünste aus. Sie wurden von den zurückstürzenden Trümmern entfacht.
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Als seien auf einen Schlag zehn Milliarden Atombomben explodiert, so beschreiben zwei Forscher den Moment vor 65 Millionen Jahren, als ein kleinstadtgroßer Asteroid mit 90 000 Kilometern pro Stunde - also ohne jede Vorwarnung - in die mexikanische Halbinsel Yukatan raste, ein 180 Kilometer weites Loch in die Erdkruste sprengte und im Umkreis von tausenden Kilometern schlagartig alles in Schutt und Asche legte.

Die Folgen der Katastrophe sind hinreichend bekannt: Drei Viertel aller Lebensformen - darunter Tyrannosaurus rex und Co - hatten in den nächsten Jahrzehnten keinerlei Überlebenschancen; das Ende der Kreidezeit sollte wegen eines der tiefgreifendsten Einschnitte in der Geschichte des Lebens berühmt werden.

Klar, dass es Filmemacher, aber auch Forscher seit jeher reizt, dieses Ereignis möglichst genau zu rekonstruieren. So wie David Kring von der University of Arizona in Tucson und Daniel Durda vom Southwest Research Institute in Boulder, die jetzt ihr Szenario der ersten paar Tage nach dem Einschlag vorstellten.

Demnach reichte die Gewalt der Explosion, um zwölf Prozent der gigantischen Trümmermassen dermaßen zu beschleunigen, dass sie das Schwerefeld der Erde überwanden und bis heute irgendwo durch unser Sonnensystem schwirren. Ein Viertel der herausgeschleuderten und zum Großteil geschmolzenen Gesteine fiel indes in den darauf folgenden beiden Stunden aus großer Höhe - weit oberhalb der Atmosphäre - zurück zur Erde.

Die großen Trümmer vermochten die Atmosphäre derart zu erhitzen, dass es vielerorts zu spontanen Waldbränden kam. Allerdings, so zeigen die Simulationen von Kring und Durda, gingen diese Feuerbomben nicht gleichmäßig nieder, sondern folgten den physikalischen Gesetzen von Einschlagsort, Auswurfhöhe und Erdrotation.

Denn nachdem diese Brocken durch die Atmosphäre bis ins All geschleudert wurden, rotierte die Erde weiter, sodass sie nach ihrer Rückkehr ziemlich genau auf der anderen Seite des Planeten niedergingen und dort - scheinbar unabhängig von dem eigentlich Einschlag - verheerende Buschfeuer auslösten.

Bedingt durch den Ort der Katastrophe und die Flugbahn der Trümmer waren demnach Indien und wenig später Afrika besonders betroffen, während der Norden Asiens, aber auch Europa und die Antarktis von den Feuern wohl weitgehend verschont wurden.

Genützt hat es diesen Regionen allerdings nicht, denn das wirklich große Sterben kam erst später, als Staub und Asche die Sonne verdunkelten und die Temperaturen über Jahre hinweg dramatisch absanken.

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