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Sturmtief ELLI: Brisante Wetterlage im Anmarsch

Sturmtief »Elli« wird das Wetter in Deutschland aufmischen: Es drohen Glätte, ergiebige Schneefälle und Sturm. Besonders betroffen wird die Nordhälfte des Landes sein.
Eine verschneite Autobahn mit mehreren Fahrspuren, auf der Autos und ein Schneepflug fahren. Der Schneepflug ist mit dem Schriftzug "Winterdienst" gekennzeichnet. Die Straße ist mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt, und es schneit stark. Die Sicht ist eingeschränkt, und die Fahrzeuge fahren vorsichtig. Im Vordergrund ist ein beleuchtetes Warnschild zu sehen.
Der Wintereinbruch am Jahresanfang 2026 war nur ein Vorgeschmack davon, was Sturmtief »Elli« bringen könnte.

Noch herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Doch ab der Nacht zum Freitag, dem 9. Januar 2026, greift das Sturmtief »Elli« auf Deutschland über – und in seinem Gefolge kommt es je nach Region zu starken Schnee- oder Regenfällen inklusive Glättebildung und Schneeverwehungen. Flächendeckend drohten schwierige Verkehrsverhältnisse, warnen Wetterdienste. 

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) befindet sich »Elli« am frühen Donnerstag noch westlich von Europa auf dem Atlantik. Das Tief zieht im Tagesverlauf jedoch rasch in Richtung Mitteleuropa und verstärkt sich dabei noch. Am frühen Freitagmorgen liegt sein Zentrum schon im Bereich des Ärmelkanals und bestimmt zunehmend das Wetter in Deutschland. Bereits im Vorfeld des Sturms setzen teils kräftige Niederschläge ein, die auch im Südwesten der Bundesrepublik zuerst als Schnee fallen. Die starke Südwestströmung in diesem Bereich führt allerdings zunehmend mildere Luft heran, sodass der Schnee bald in Regen übergeht: Fällt dieser auf kalte Böden, kann es örtlich Glatteis geben; auch Eisregen ist im Übergangsbereich zu kälteren Luftmassen prinzipiell möglich.

Die Niederschläge breiten sich zum Freitag hin weiter nordostwärts aus, wobei hier immer gilt: erst Schnee, dann Regen oder Eisregen mit Glättegefahr – Letzteres droht vor allem in Südostdeutschland in einem breiten Streifen quer durch Bayern. Weiter nach Norden hingegen könnte es zu dauerhaften, starken Schneefällen kommen. Regional werden bis zu 20 Zentimeter Neuschnee erwartet, flächendeckend sind mindestens 5 bis 10 Zentimeter möglich. Vor allem große Teile Niedersachsens bleiben nördlich des Tiefdruckkerns von »Elli« und damit im Bereich kalter Luftmassen. Hier drohen die stärksten Schneefälle.

Starke Winde begleiten dabei Schnee und Regen: »Elli« besitzt laut dem DWD zwei Sturmfelder, die unterschiedliche Bereiche Deutschlands überziehen. Auf der Südseite erreicht es den Westen und Südwesten Deutschlands, wobei vor allem im Bergland schwerer Sturm droht – dieses Feld bringt die milden Luftmassen. Der zweite Bereich betrifft die Nordflanke des Tiefs von der Nord- bis zur Ostsee. Hier kommt es zu starken Böen aus östlichen Richtungen (Tiefs drehen gegen den Uhrzeigersinn: Deshalb führt »Elli« an der Südseite milde Luft aus Südwesten und an der Nordseite kalte Luft aus Osten nach Deutschland). Zwischen beiden Feldern existiert ein schmaler Streifen über Deutschland, der relativ windarm bleibt. Je nach konkreter Zugbahn von »Elli« verschiebt sich der jeweilige Einflussbereich beider Sturmfelder; in Gebieten mit Schneefall kann es durch den starken Wind zu größeren Schneeverwehungen kommen. Davon betroffen ist vor allem die Nordhälfte des Landes.

Im Südwesten setzt dagegen bis ins Bergland vorübergehend Tauwetter ein, das zusammen mit dem Regen dem vorhandenen Schnee ziemlich zusetzen wird: Kleinere Fließgewässer könnten also je nach Dauer des Schmuddelwetters durchaus stärker anschwellen. Da »Elli« aber rasch abzieht und sich nachfolgend wieder kältere Luftmassen durchsetzen, geht im Bergland der Regen bald wieder in Schnee über, bevor es zum Sonntag hin zu einer Wetterberuhigung kommt. In der Nacht zum Montag, 12. Januar, kommt es beim Aufklaren sogar zu starkem Frost mit Werten von minus 12 Grad Celsius und mehr: Kalte Luftmassen aus Nordost machen es möglich.

Wie lange diese wetterbestimmend bleiben, ist noch ungewiss: Schon am Montag könnte das nächste Tief mit Schnee, Eisregen und Regen auf Deutschland übergreifen. Gar nicht unsicher ist dagegen, dass es in weiten Teilen der Bundesrepublik in den nächsten Tagen zu chaotischen Bedingungen auf den Straßen und Schienen kommen wird. Wer kann, sollte also besser zu Hause bleiben.

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