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News: Sturmvorhersage

Alle elf Jahre, wenn es auf der Sonne besonders heftig stürmt, werden Astronauten, Satellitenbetreiber und Energieversorger nervös. Meist treffen die gefährlichen Partikelströme die Erde ziemlich unvermittelt. Mithilfe einer neuen Vorhersagemöglichkeit könnte sich dies bald ändern.
S-förmige MagnetfeldlinienLaden...
Wenngleich die irdische Magnetosphäre uns Menschen zuverlässig vor den geladenen Teilchen des Sonnenwinds zu schützen vermag, können heftige Eruptionen auf der Oberfläche unseres Sterns dennoch großen Schaden anrichten. Satelliten sind davon genauso betroffen wie unsere Stromnetze. So saßen am 13. März 1989 sechs Millionen Einwohner Montreals neun Stunden lang im Dunkeln. Insbesondere zuzeiten des alle elf Jahre wiederkehrenden Maximums der Sonnenaktivität sind auch Insassen von Passagierflugzeugen einer wesentlich höheren Strahlendosis ausgesetzt.

Kurzum, in Zukunft sollen die Sonnenstürme genauso vorhersagbar werden wie Stürme oder Hochwasser. Wie das gehen könnte, darüber berichten David Falconer und seine Kollegen von der University of Alabama in Huntsville.

Schon vor einigen Jahren hatten Forscher entdeckt, dass den heftigen Sonneneruptionen, den so genannten coronal mass ejections (CMEs) eine typische Verformung der solaren Magnetfeldlinien vorhergehen. Diese CMEs sind es, die mit großer Wucht Material ins All schleudern, das wenig später mit über einer Million Kilometern pro Stunde auf die irdische Magnetosphäre donnert und im besten Fall den Nachthimmel mit Polarlichtern erleuchtet.

Mithilfe des Solar Vector Magnetograph waren Falconer und seine Mitarbeiter nun in der Lage, die Energie jener solaren Magnetfelder zu bestimmen - und damit ihr Potenzial, in einer CME zu münden. Diese S-Felder entstehen, wenn sich zwei oder mehr Magnetfeldlinien schlangenförmig umwinden. In der Regel bleibt es dabei, doch wenn sie sich berühren, kommt es zu einem gigantischen Kurzschluss - und daraufhin zu einer CME.

Und genau das wollen die Forscher in Zukunft vorhersagen. Zum einen haben sie im globalen Magnetfeld der Sonne Regionen ausgemacht, in denen sich die S-Felder häufiger kurzschließen als woanders, zum anderen können sie sagen, welches von zwei Feldern energiereicher und somit gefährlicher ist.

Solche solaren "Wetterberichte" werden von vielen sehnlichst erwartet. So könnten die Astronauten der Internationalen Raumstation ihre Weltraumspaziergänge in Zukunft besser planen. Satellitenbetreiber können ihre empfindlichen Trabanten im All rechtzeitig in einen Schutzmodus schalten. Und hier auf der Erde könnte man sich im Falle eines Falles auf Stromausfälle einrichten.

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