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Klimawandel: Subarktische Seen verschwinden

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Weite Bereiche im Norden Kanadas, Skandinaviens oder Sibiriens werden von flachen Seen geprägt: Tausende kleinere und größere Gewässer lassen die Regionen aus der Luft betrachtet glitzern. Doch die Feuchtgebiete des Nordens scheinen zu verschwinden; sie schrumpfen oder trocknen völlig aus – in einem Ausmaß, wie es mindestens in den letzten 200 Jahren nicht vorgekommen ist, beobachteten Frédéric Bouchard von Université Laval und Kollegen in der kanadischen Subarktis.

Von den 70 Seen, die sie als Stichprobe in den Regionen Old Crow, Yukon und Churchill Manitoba untersucht hatten, war rund die Hälfte kleiner geworden oder hatte sich ganz aufgelöst. Zuvor hatten schon Satellitenaufnahmen angedeutet, dass sich viele der Gewässer auf dem Rückzug befanden. Seit 2010, als die Forscher erstmals auf die weite Verbreitung des Phänomens aufmerksam wurden, hat sich der Prozess deutlich beschleunigt und 2013 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Verantwortlich machen Bouchard und Co. vor allem Schneemangel, da Schmelzwasser die meist nur einen Meter tiefen Seen speist. Zwischen 2010 und 2012 fielen in der Region pro Winter durchschnittlich 76 Millimeter Schnee weniger als jeweils in den Jahren zwischen 1971 und 2000. "Diese Art von Feuchtgebiet speist sich zu 30 bis 50 Prozent aus Schmelzwasser", erklärt Bouchard.

Warme und trockene Sommer trugen zusätzlich dazu bei, dass viele Seen schließlich austrockneten – erstmals seit Jahrhunderten, wie Isotopenanalysen von Algenüberresten in den Seesedimenten zeigten: Sie belegen, dass zumindest Teile der Senken stets mit Wasser gefüllt waren und von den entsprechenden Lebensgemeinschaften besiedelt wurden. Neben mangelnden Schneefällen trägt auch tauender Permafrost zur Entwicklung bei: Der versiegelnde gefrorene Boden verschwindet, weshalb manche Seen schlicht versickern. Mit Ergebnissen bestätigen die Geowissenschaftler jedenfalls Befunde von Kollegen, die ähnliche Trends in Sibirien und Alaska beobachtet haben.

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