Direkt zum Inhalt

Astrobiologie: Suche Zellulose, um extraterrestrisches Leben zu finden

Forscher mit ProbenLaden...
Einer neuen Studie an der Universität von North Carolina in Chapel Hill zufolge sollten sich Wissenschaftler bei der Suche nach Anhaltspunkt für vergangenes Leben auf dem Mars oder anderen Planeten auf Zellulosefasern konzentrieren.

Jack Griffith von der Universität von North Carolina und seine Kollegen analysierten mit Hilfe von Transmissionselektronenmikroskopie Proben aus alten Salzablagerungen, die sie in der Hochwüste New Mexikos in 650 Meter Tiefe entnahmen. Darin fanden sie erstaunlich intakte Mikrofasern aus Zellulose mit einem Durchmesser von rund fünf Nanometern sowie daraus zusammengesetzte Stränge und Matten. "Das Alter der Fasern wird auf 253 Millionen Jahre geschätzt. Damit sind sie die bislang ältesten Makromoleküle, die direkt isoliert, visualisiert und biochemisch untersucht wurden", berichtet Griffith. Der bis jetzt älteste Beleg für biologische Materialreste auf der Erde – gefunden in Fossilien des Dinosauriers Tyrannosaurus rex – wurden auf 68 Millionen Jahre datiert.

ZellulosefasernLaden...
Zellulosefasern | Die Zellulose fanden die Wissenschaftler in Form von Mikrofasern mit einem Durchmesser von rund fünf Nanometer sowie in daraus zusammengesetzten Strängen und Matten.
Da Zellulose aber der Hauptbestandteil von Pflanzen ist und auch in von Bakterien gebildeten Biofilmen enthalten ist, könnte Zellulose in Salzablagerungen eine gute Möglichkeit bieten, um früheres Leben auf Planeten im Sonnensystem nachzuweisen. Denn sie scheint sehr viel stabiler und widerstandsfähiger gegen die ionisierende Strahlung im Weltall zu sein als etwa DNA. (mp)
01.04.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 01.04.2008

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos