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Pädiatrie: Superheldenkostüme gefährden Kinder

Das Verkleiden mit Super-, Spider- oder Batman-Kostümen birgt große Gesundheitsgefahren für Kinder: Sie neigen stärker zu riskantem Verhalten mit entsprechendem Verletzungsrisiko. Eltern sollten sich dessen bewusst sein, so Patrick Davies von der Universität Nottingham.

Der Kinderexperte verweist dabei auf verschiedene Unfälle von Kindern, die mit einem Superheldenanzug unterwegs waren. So erlitt beispielsweise ein sechsjähriger Junge Kopfverletzungen und einen Beinbruch, als er aus einem Fenster im ersten Stock fiel – gekleidet in eine Spiderman-Kluft, wollte er seinem Vorbild vergebens nachahmen. Drei Kinder verletzten sich beim Versuch zu fliegen, "ohne sich vorher Gedanken über die Landung gemacht zu haben", erklärt Davies. "Alle Kinder hatten auf dem Weg ins Krankenhaus darüber nachdenken müssen, dass sie wohl keine Superkräfte besitzen." Dabei wirkte das Kostüm in einem Fall sogar noch lindernd: Eingenähte Muskelimitate verhinderten schlimmere Blessuren.

Schon immer hätten Kinder Verhaltensweisen gezeigt, die für Erwachsene unklug erscheinen, so der Kinderarzt weiter. Zweifelsohne gehörten unrealistische Träume wie die Fähigkeit zu fliegen, an Wänden empor zu klettern oder für England Fußball zu spielen, auch zu einer normalen Entwicklung dazu – Eltern sollten ihrem Nachwuchs diese Vorstellungen daher nicht grundsätzlich austreiben. Sie müssten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Kinder aus dem Heldenkostüm die falsche Schlussfolgerung ziehen könnten, damit auch über entsprechende Kräfte zu verfügen. Denn wie nicht nur Davies weiß: "Kinder haben eine außerordentliche Fähigkeit, sich zu verletzen. Und sie werden auch in Zukunft neue Wege dafür finden." (af)

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