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News: Supermärkte in Afrika gefährden lokale Märkte

Die rapide wachsende Zahl an Supermärkten im südlichen und östlichen Afrika bedroht die lokalen Märkte und damit die Lebensgrundlage der ländlichen Bauern in den Gebieten. Auf einer Tagung der Food and Agricultural Organization (FAO) zur Globalisierung, Urbanisierung und Nahrungsversorgungssysteme warnten Experten vor einer Katastrophe, wenn den Betroffenen nicht schnell geholfen würde.

Während Supermärkte früher vorwiegend von der Mittelschicht zum Einkaufen genutzt wurden, hat ihre Ausbreitung dazu geführt, dass auch Bewohner ärmerer Gebiete dort ihren Bedarf an Lebensmitteln und anderen Produkten decken. So haben Supermärkte in Südafrika bereits einen Marktanteil von 55 Prozent. In Kenia gibt es inzwischen 200 Supermärkte und 10 so genannte Hypermärkte, die in den Verkaufszahlen etwa 90 000 kleinen Geschäften entsprechen und bis zu 30 Prozent des Lebensmittelhandels des Landes abdecken.

Nach Ansicht der Experten ist es daher dringend nötig, den Bauern bei der Gründung von Erzeugergenossenschaften zu helfen, durch die sie sich Supermärkte als neue Absatzpartner erschließen können. Dafür müssten auch finanzielle Hilfen bereitgestellt werden, da Firmen andere Qualitätsstandards an die Produkte stellen als die lokalen Märkte. Außerdem sollten die Bauern rechtliche Unterweisungen bekommen, um in Verhandlungen mit den Großhändlern gleichberechtigt argumentieren zu können.

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