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Tyrannosaurier: T. rex hätte wohl auch in ein Auto beißen können

Die legendäre Szene aus »Jurassic Park« hätte auch in Wirklichkeit stattfinden können: Der Schädel von T. rex war auf maximale Beißkraft ausgelegt, legt eine Untersuchung nahe.
Rekonstruktion des DinosauriersLaden...

Wie Hyänen oder Krokodile hat Tyrannosaurus rex sein Gebiss auch zum Knacken von Knochen eingesetzt. Einen Beleg dafür liefert unter anderem der versteinerte Kot des Dinosauriers, in dem Forscher von Magensäure angegriffene Knochenstückchen seiner Beute fanden. In einer neuen Studie haben Wissenschaftler nun modelliert, welchen Belastungen der Schädel beim kräftigen Zubeißen ausgesetzt war. Dabei zeigte sich, dass T. rex, anders als viele Echsen, Schlangen oder Vögel, seinen Kiefer nicht verbiegen konnte.

Wie die Forscher im Fachmagazin »The Anatomical Record« schreiben, mussten sie dazu ein Verfahren entwickeln, mit dem sich auch die nicht knöchernen Anteile des Schädels wie Knorpel oder Bänder simulieren lassen. Dann verglichen sie eine digitale Repräsentation des Tyrannosaurus-Schädels mit simulierten Papageien- und Geckoschädeln. Es hätten sich dabei keine Hinweise auf die so genannte Schädelkinese gefunden, also jene Flexibilität in den Gelenken und Knochenpartien, die es verwandten Tierarten erlaubt, unregelmäßig geformte Stücke zu beißen oder Beute unzerkaut herunterzuschlucken, wie Schlangen es tun.

Stattdessen war der Dinoschädel auf maximale Beißkraft optimiert und dementsprechend starr, so das Team um Ian Cost von der University of Missouri. Mit seinem Knochenbrecherbiss wäre .T. rex auch in der Lage gewesen, »genügend Kraft zu erzeugen, um in ein Auto zu beißen – allerdings nicht in jedes Auto«, sagte Cost dem Magazin »Business Insider«. Immerhin, die legendäre Szene aus dem ersten Teil von »Jurassic Park«, in der ein T. rex aus seinem Gehege ausbricht und an einem Jeep knabbert, wäre technisch durchaus möglich gewesen – auch wenn unklar ist, ob der gewaltige Dino tatsächlich aktiv nach Beute jagte. Nach Meinung mancher Forscher könnte er sich auch auf Aas spezialisiert haben. Oder er ernährte sich wie heutige Hyänen auf beiderlei Weisen.

Die Beißkraft des Tiers habe zwischen 35 000 und rund 60 000 Newton gelegen, ermittelten Cost und Kollegen. Die des Menschen liegt bei unter 1000 Newton, und selbst heute lebende Krokodile bringen es auf lediglich etwa 13 000 Newton.

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