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Antibiotikaresistenzen: Tausend Jahre alte Augensalbe tötet MRSA

Überraschung in mittelalterlicher Handschrift: Eine etwas unappetitliche Augensalbe hilft gegen gefährliche Erreger.
Seite aus Bald's Leechbook

Eine Zubereitung aus Zwiebeln, Knoblauch und Kuhinnereien tötet in einer Zellkultur den gegen viele Antibiotika resistenten Keim MRSA. Das Besondere daran: Das Rezept stammt aus einem angelsächsischen Medizinbuch des 9. Jahrhunderts. Ein Team um Christina Lee von der University of Nottingham übersetzte das mittelalterliche Rezept, das die Zubereitung einer Augensalbe beschreibt. Die Forscherin vermutete, dass die Salbe gegen Infektionen wirksam sein könnte – tatsächlich tötete sie im Experiment bis zu 90 Prozent der Bakterien.

Das Rezept beinhaltet neben den Pflanzen auch Wein – dessen Alkohol antibiotisch wirkt. Allerdings erwies sich die Salbe im Versuch als weit effektiver, als es die Summe ihrer Bestandteile erklärt. Da sie verdünnte Rindergalle enthält und das Rezept verlangt, sie mehrere Tage kühl zu stellen, besteht die Möglichkeit, dass der Verdauungssaft Bestandteile der anderen Zutaten erst zu aktiven Substanzen umsetzt. Das Team verweist darauf, dass es noch eine ganze Reihe anderer mittelalterlicher Handschriften und Rezepte gibt, die sich mit möglichen Infektionen befassen – in ihnen finden sich möglicherweise viele völlig neue antibiotische Stoffe, die der Entdeckung harren.

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