News: Test für Schwarze Löcher der Mittelklasse

Enrico Ramirez-Ruiz von der University of California in Santa Cruz und seinem Team betrachteten einen Weißen Zwerg mit zwei Zehntel und ein Schwarzes Loch mit der tausendfachen Sonnenmasse. Laut ihren Berechnungen würden die Gezeitenkräfte den Sternrest zunächst in eine abgeflachte Form bringen – ähnlich einem Pfannkuchen. Daraus resultieren extreme Druckverhältnisse in seinem Innern, die zu einem starken Anstieg der Temperaturen und schließlich zu Kernreaktionen führen. Bei der darauf folgenden Explosion wird mehr als die Hälfte der Sternmaterie in den Raum geschleudert, während der Rest in Richtung des Schwarzen Lochs fällt. Dort sammelt er sich in einer Akkretionsscheibe, die Röntgenstrahlen aussendet. Und diese sollte mit geeigneten Weltraumteleskopen nachweisbar sein, meinen die Wissenschaftler.
Das von ihnen beschriebene Szenario unterscheidet sich deutlich von der gewöhnlichen Explosion eines Weißen Zwergs in einer Supernova vom Typ Ia. Dabei zieht er Gas von einem Begleitstern Masse ab, bis er einen kritischen Wert von etwa 1,4 Sonnenmassen erreicht. Daraufhin kollabiert der Weiße Zwerg und explodiert. Die Forscher schätzen, dass dieser Typ etwa hundertmal häufiger auftritt als der neu entdeckte.
Schwarze Löcher der Mittelklasse vereinen zwischen fünfhundert und tausend Sonnenmassen in sich. Bislang gibt es für diese Art allerdings viel weniger Hinweise als auf die relativ kleinen stellaren Schwarzen Löcher mit nur wenigen Sonnenmassen und die supermassereichen Exemplare (ein paar Millionen bis Milliarden Sonnenmassen) in den Zentren von Galaxien. mp

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