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Wirtschaftspsychologie: Teure Angelegenheit: Überbezahlte Geschäftsführer

Verdienen Geschäftsführer zu viel, muss dies ein Unternehmen teuer bezahlen. Denn davon profitiert die gesamte Chefetage – auch in den folgenden Ebenen liegen dann die Gehälter höher. Allerdings nimmt mit der Hierarchiestufe auch der jeweilige Bonus deutlich ab, berichten James Wade von der Rutgers-Universität und seine Kollegen.

Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass das Gehalt des Geschäftsführers seinen Angestellten als entscheidender Maßstab dient, ob sie ihr eigenes Einkommen als fair betrachten. Empfinden sie ihren obersten Chef als überbezahlt, neigen sie eher dazu, die Firma zu wechseln – auch wenn sie selbst im Vergleich mit anderen mehr verdienen. Die Neigung zu wechseln betreffe häufig ausgerechnet den Führungsnachwuchs und nehme mit abnehmender Hierarchiestufe zu.

Ist der Geschäftsführer unterbezahlt, hängt der Effekt auf die nachgeordneten, dann auch in der Regel geringer bezahlten Ebenen davon ab, wie stark dieser Gehaltsabschlag ausfällt: Ist der Chef vergleichsweise schlechter dran als man selbst, bleibt es bei allgemeiner Unzufriedenheit. Muss man selbst allerdings stärkere Einbußen wegstecken, kommt wieder der Gedanke, den Arbeitgeber zu wechseln, stärker ins Spiel.

Insgesamt aber neigten Geschäftsführer durchaus zu Gerechtigkeit: Haben sie ein hohes Einkommen, versuchten sie normalerweise, ihre Angestellten davon profitieren zu lassen, behaupten die Autoren. Dies gelte allerdings auch bei Unterbezahlung. Sie teilten aber eher Überschuss als Mangel, heißt es weiter. Bleibt nur offen, wie sich das auf unterste Ebenen auswirkt: Analysegegenstand waren einzig die obersten fünf Führungsebenen.
27.09.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 27.09.2006

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