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Krebserkrankungen: Therapie mit fataler Nebenwirkung

Eine Strahlentherapie zur Behandlung von Prostatakrebs erhöht einer neuen Studie zufolge das Risiko von Darmkrebs. Wie Forscher von der Universität von Minnesota berichten, erkranken Strahlentherapie-Patienten fast doppelt so oft an Darmkrebs wie Männer, die eine Operation vorziehen.

Dass die Strahlentherapie Nebenwirkungen hat, ist schon lange bekannt. So wird sie zum Beispiel mit einer erhöhten Anfälligkeit für Blasenkrebs in Verbindung gebracht. Allerdings ist dies jetzt die erste Studie, bei der der Zusammenhang mit Tumoren im Darm untersucht und festgestellt wurde. Doch geht es jetzt nicht darum, die Behandlung von Prostatakrebs grundlegend zu verändern, betont die Leiterin des Forschungsteams, Nancy Baxter vom Krebszentrum der Universität. Man empfehle lediglich, dass bei Arzt-Patienten-Gesprächen über die optimale individuelle Behandlungsmethode das erhöhte Darmkrebsrisiko bei der Strahlentherapie zur Sprache kommt, sagt sie. Zudem sein es sinnvoll, dass Patienten, die sich für diese Behandlung entschieden haben, unabhängig von ihrem Alter in ein Darmkrebsmonitoring aufgenommen werden, das fünf Jahre nach der Behandlung beginnt.

Prostatakrebs ist in den USA der am häufigste festgestellte Krebs. Allein in diesem Jahr werden 230 000 Männer mit dieser Diagnose konfrontiert werden. Auch in Deutschland ist die bösartige Wucherung der Vorsteherdrüse die häufigste Krebserkrankung beim Mann: Jährlich erkranken etwa 40 600 Männer neu an diesem Tumor.

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