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Infektionskrankheiten: Tiermast: Weniger Antibiotika, weniger Resistenzen

Das Verbot bestimmter Antibiotika in der landwirtschaftlichen Tierzucht führte in Australien offenkundig zu einer Abnahme resistenter Mikroben. Dies berichten Epidemiologen um Leanne Unicomb von der Australian National University in Canberra.

In ihren Erhebungen an 585 Patienten, die an von Campylobacter jejuni verursachten Durchfallerkrankungen litten, fanden sie nur bei nur zwei Prozent Resistenzen gegen das Antibiotikum Ciprofloxacin. In Ländern, in denen dagegen die Medikamentenklasse der Fluorochinolone – zu denen auch Ciprofloxacin zählt – in der Tierzucht zugelassen waren, lag der Anteil diesbezüglich resistenter Campylobacter-Stämme in Patientenkreisen bei bis zu knapp dreißig Prozent.

Auch Schweden und Norwegen, wo ebenfalls die Verwendung von Fluorochinolonen in der Landwirtschaft verboten ist, weisen sehr niedrige Fallzahlen auf. Die Wissenschaftler führen daher ihr positives Ergebnis auf die ähnlich geartete australische Politik und Präventionsmaßnahme zurück.

In den meisten Industriestaaten werden dagegen Fluorochinolone unter anderem gerne in der Geflügelhaltung eingesetzt. Aufgrund der positiven Erfahrungen der Australier, Norweger und Schweden verbannten die Vereinigten Staaten diese Medikamente ebenfalls aus den Ställen, während sie in der Europäischen Union immer noch verschiedene Antibiotika Tieren als Wachtsumsförderer verabreicht werden dürfen.
19.04.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 19.04.2006

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