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Artenschutz: Tigerverbreitung deutlich kleiner

Sumatra-Tiger
Tiger kommen in weit weniger Regionen vor als bislang gedacht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie verschiedenster Naturschutzorganisationen wie WWF, Save The Tiger Fund und der Wildlife Conservation Society. Demnach ist die Zahl der Gebiete, die von den größten Katzen der Erde bewohnt werden, seit 1995 um 40 Prozent zurückgegangen: Die Raubkatzen besiedeln jetzt nur noch sieben Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets, so der WWF-Mitarbeiter Roland Melisch.

Beschlagnahmte Tigerfelle | Beschlagnahmte Tigerfelle: Neben Lebensraumzerstörung ist die Jagd die größte Gefahr für das Überleben der Tiger.
Die Wissenschaftler haben aber vier große Tiger-Landschaften mit je mehr als 500 Tieren ausgemacht und in ganz Asien noch 76 Regionen mit zusammen über 1,1 Millionen Quadratkilometern gefunden, in denen Tiger eine echte Zukunft haben könnten, sofern alle Interessengruppen mitziehen. Deshalb fordert der WWF die Umsetzung einer Vier-Punkte-Strategie: Den grenzübergreifenden Schutz der vier großen Tiger-Landschaften und zehn weiterer Gebiete mit ausreichend vorhandenem Habitat und gesunden Tigerpopulationen, die Einrichtung von Korridoren zur Vernetzung kleiner, isolierter Lebensräume sowie die gezielte Unterstützung der Ausbreitung fortpflanzungsfähiger Tiger. Parallel soll der Kampf gegen die Wilderei und den Schmuggel mit Tigerprodukten ausgeweitet, und auch der Schutz der Beutetiere dürfe dabei nicht vergessen werden, sagte Melisch weiter.

Der WWF plädiert dafür, als erstes den umfassenden Schutz der vier großen grenzübergreifenden Tiger-Landschaften in Angriff zu nehmen. Diese liegen im russisch-chinesischen Fernen Osten, im Terai-Tiefland zwischen Indien und Nepal, im Namdapha-Manas-Wald zwischen Bhutan, Myanmar und Indien sowie in der Tenasserim-Region von Myanmar und Thailand. Tiger leben noch in 13 Staaten der Erde. Ihre Gesamtzahl wird auf 5000 bis 7000 Tiere geschätzt. Verglichen mit 1906 ist dies ein Rückgang um 95 Prozent. Drei Tiger-Unterarten sind im Laufe des 20. Jahrhunderts ausgestorben, eine vierte wurde seit über 25 Jahren nicht mehr gesichtet.

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