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Saturnmond: Titans Meere erstrahlen im Sonnenlicht

Eine beeindruckende Aufnahme erreichte uns von der Raumsonde Cassini. Zum ersten Mal leuchten die Meere in der Nordpolregion des Saturnmonds Titan im glänzenden Sonnenlicht.
Sonnenreflexion auf dem Titan

Glänzend gelb spiegelt sich die Sonne auf dem neuen Bild in den Meeren des Saturnmonds Titan. Die Aufnahmen im nahen Infrarot gelangen mit dem Visual and Infrared Spectrometer (VIMS) während eines Vorbeiflugs der NASA-Raumsonde Cassini am 21. August 2014. Obgleich sowohl die Meere des Mondes als auch Sonnenreflexionen bereits in der Vergangenheit beobachtet wurden (siehe Bildergalerie), zeigt die Aufnahme zum ersten Mal beides auf einen Blick. Titan wurde im infraroten Licht aufgenommen, da die Atmosphäre in diesem Wellenlängenbereich durchlässig ist. Im sichtbaren Licht lässt sich die Oberfläche nicht erkennen – außer Dunst und Nebel ist nichts zu sehen.

Titans Meere im Sonnenlicht | Die Aufnahme mit dem Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) entstand während eines Vorbeiflugs der Raumsonde Cassini am 21. August 2014. Die Sonnenreflexion im Kraken Mare ist als gelber Fleck deutlich zu erkennen. Der infrarote Wellenlängenbereich ist hier in Echtfarben dargestellt. Dabei entspricht Rot einer Wellenlänge von 5, Grün einer von 2 und Blau einer von 1,3 Mikrometern.

Die Reflexion befindet sich in den südlichen Ausläufern des Kraken Mare – dem größten Meer auf Titan. Es liegt in der Nordpolregion des Mondes und besteht größtenteils aus flüssigem Methan und Ethan. Bei der Aufnahme stand die Sonne in dieser Region rund 40 Grad über dem Horizont. Um die Reflexion herum lassen sich helle Küstenstrukturen erkennen. Diese Ablagerungen sind Sedimente, die sich mit irdischen Salzebenen um verdunstende Meere vergleichen lassen. Sie zeigen damit auch, dass das Kraken Mare im Verlauf der Zeit an Größe verlor.

Rechts der Reflexion schließt sich ein Kanalsystem an, das eine Verbindung zu einem weiteren großen Meer schafft – dem Ligeia Mare. Dieses ist zum Teil von einer pfeilförmigen orangefarbenen Wolkenstruktur bedeckt. Dort sammelt sich flüssiges Methan in der Atmosphäre, das womöglich aktuell abregnet und das Meer wieder auffüllt.

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