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News: Tod am anderen Ende der Welt

Dass die Dinosaurier, und mit ihnen beinahe dreiviertel allen Lebens, Opfer eines Meteoriteneinschlags wurden, gilt als unbestritten. Allerdings schien der Tod ferne Regionen erst nach und nach in Gestalt von Klimaänderungen heimzusuchen. Nun zeugt die Pollen- und Sporenzusammensetzung in neuseeländischen Kohleschichten, dass das Massensterben auch am anderen Ende der Welt plötzlich kam.
<I>Moody Creek Mine</I>Laden...
Unzählige Male wurde es schon wiedergegeben: das Szenario eines gigantischen Meteoriteneinschlags vor 65 Millionen Jahren. Damals, am Ende der Kreidezeit, raste demnach ein kleinstadtgroßer Brocken mit einer Geschwindigkeit von 90 000 Kilometern pro Stunde in die seichte See des Golfs von Mexiko und führte zu einem der weitreichendsten Massensterben der Erdgeschichte. Alles in allem überlebten 70 Prozent aller Lebensformen diese Katastrophe nicht.

Noch schlimmer sah es im Umkreis von ein paar Tausend Kilometern aus: Hier war alles Leben schlagartig vernichtet. Andernorts, so vermutete man bisher, kam der Tod eher schleichend in Gestalt einer jahrzehntelangen grimmigen Eiszeit.

Doch in Neuseeland, rund 11 000 Kilometer vom mexikanischen Chicxulub-Krater entfernt, kam der Tod offenbar genauso plötzlich. Jedenfalls zeigen dass die Pflanzensporen und -pollen, die in Kohleschichten aus jener Zeit überliefert sind.

Vivi Vajda von der Lund University und ihre Mitarbeiter hatten in den Kohleminen von Moody Creek nach Zeugnissen für das Ereignis gesucht und waren hier auf extrem hohe Iridium-, Kobalt- und Chromgehalte gestoßen. Diese Elemente sind in den Gesteinen von Asteroiden und Kometen stark angereichert, weshalb deren weltweit erhöhten Konzentrationen in Gesteinen der Kreide/Tertiär-Grenze der schlagendste Beweis für die außerirdische Ursache des Massensterbens sind.

Und in diesen Schichten erhöhter Spurenmetallkonzentrationen ist in der Pollen- und Sporenzusammensetzung überliefert, dass ein vielfältiger Mischwald schlagartig verschwand und von einigen wenigen, genügsamen Farnen abgelöst wurde. Diese Arten sind typische Pionierpflanzen, die als erste auf Halden oder verbranntem Land siedeln. Warum die Wälder - und mit ihnen auch die vier bekannten Dinosaurierarten Neuseelands - plötzlich verschwanden, ist noch ungewiss. Waldbrände könnten dafür genauso verantwortlich sein wie ein paar extrem kalte Winter nach dem Einschlag.

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