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Ungewöhnliches Ableben: Tod durch Zahnstocher

Ein hölzerner Zahnstocher durchbohrt die Speiseröhre einer Frau und tötet sie - zuvor war der Fremdkörper bei zwei Besuchen im Krankenhaus übersehen worden.
Zahnstocher rutschen aus einer Plastikdose.Laden...

Auf ungewöhnliche und tragische Weise ist eine etwa 50-jährige Frau in Portugal ums Leben gekommen. Wie ein Team um César Lares dos Santos vom Nationalen Institut für Rechtsmedizin und Forensik in Coimbra berichtet, starb die Frau an einem etwa drei Zentimeter langen Stück eines Zahnstochers. Das hölzerne Fragment hatte sich in der oberen Speiseröhre verkeilt und mit seiner Spitze das Gewebe durchstoßen, berichtet die Arbeitsgruppe im »Journal of Forensic and Legal Medicine«. Der Holzstab sei mit einer eitrigen Substanz bedeckt gewesen. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass die Frau wohl an Cellulitis, einer lebensgefährlichen Gewebsentzündung, gestorben war, die sich durch die Speiseröhrenverletzung im Hals entwickelt hatte. Cellulitis endet in mehr als einem Viertel der Fälle tödlich, ist aber recht selten. Bereits im Jahr 2003 hatte ein 67-jähriger Mann in Frankreich eine Cellulitis entwickelt, nachdem ein Zahnstocher seinen Darm durchbohrt hatte.

Der Partner der Frau hatte sie eines Tages bewusstlos im Badezimmer gefunden; eine blutende Wunde, umgeben von einem grünlichen Fleck vorne an der Speiseröhre, brachte die Mediziner auf die Spur des Fremdkörpers. Bei der Analyse der Wunde fanden die Fachleute das Bakterium Klebsiella oxytoca, im Blut waren außerdem zwei Antibiotika nachzuweisen. Einige Stämme des Krankheitserregers K. oxytoca sind gegen mehrere Antibiotika resistent. Wie sich später herausstellte, war das Opfer in den fünf Tagen zuvor mit Schmerzen in Hals und Rachen zweimal in die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses gegangen; bei den dortigen Untersuchungen wurde der Fremdkörper nicht entdeckt. Als wahrscheinlichste Diagnose identifizierten die Mediziner eine oberflächliche Entzündung des Nasen-Rachen-Raums und verschrieben entsprechende Medikamente. Einen Tag später war die Patientin tot.

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