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Saturnmission: Todessternmond musste schon einiges aushalten

Kratergesichtiger Mimas
Mimas im Falschfarbfilter | Die Aufnahme von Mimas gelang Cassini am 2. August 2005 mit dem Teleobjektiv aus etwa 228 000 Kilometern Abstand. Deutlich werden in der Falschfarbdarstellung Unterschiede der Oberflächentextur und spektralen Zusammensetzung des Mondes – sie resultieren vielleicht aus Auswürfen nach dem Impakt des großen Brockens, der den Herschel-Krater schlug. Die tiefer blau gefärbten Bereiche reflektieren im Infraroten schwächer als die sonstige (grün dargestellte) Mimas-Oberfläche.
Der kleine Saturnmond Mimas ist hart im Nehmen, wie die jüngsten Aufnahmen von Cassini vom Vorbeiflug am 2. August enthüllen. Den Saturnbegleiter, mit seinen nur 398 Kilometern Durchmesser und dem riesigen, bis zu zehn Kilometer tiefen Krater Herschel auf der Vorderseite als Todesstern-Mond bekannt, ziert eine große Anzahl weiterer Einschläge. Anzeichen für geologische Aktivitäten, wie jüngst beim Eismond Enceladus entdeckt, fehlen dagegen.

Mimas könnte somit gut das am heftigsten bombardierte Objekt im Saturnsystem sein, meinen die Nasa-Forscher. Aus der Zahl der Einschläge, die auf den auf hochauflösenden Oberflächenfotos zu erkennen sind, möchten sie nun Rückschlüsse auf die Anzahl der vormals im System kreisenden Partikel ziehen. Deutlich erkennbar waren aus einer Entfernung von rund 63 000 Kilometern zudem Rillen, wie sie auch auf Asteroiden zu finden sind. Möglicherweise stehen diese Strukturen mit dem mächtigen Herschel-Impakt in Zusammenhang, der Mimas bis an den Rande der Zerstörung gebracht haben dürfte.

Mimas vor den Saturnringen | Ein fotografisches Glanzlicht setzte Cassini mit dieser Aufnahme von Mimas vor dem Hintergrund der Saturnringe.
Der etwa 140 Kilometer im Durchmesser große Herschel-Krater war schon im Jahr 1980 von der Sonde Voyager 1 fotografiert und nach dem deutsch-englischen Astronom Sir Friedrich Wilhelm Herschel benannt worden, der Mimas im Jahre 1789 entdeckt hatte.

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