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Alternsforschung: Töne machen Tempo

Früher Musikunterricht erleichtert das Hören bis ins Seniorenalter.
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Wer schon als Kind ein Instrument gespielt hat, erkennt Sprachlaute noch im fortgeschrittenen Alter schneller, so das Ergebnis einer Studie von Forschern der Northwestern University. Die frühen Musikerfahrungen helfen somit, gesprochene Wörter besser zu verstehen.

Das Team um Nina Kraus befragte 44 Teilnehmer im Alter zwischen 55 und 76 Jahren, wie lange sie in ihrer Kindheit und Jugend ein Instrument gespielt hatten. Die Angaben schwankten zwischen 0 und 14 Jahren – alle Probanden hatten jedoch spätestens als Erwachsene aufgehört zu üben. Anschließend spielten ihnen die Wissenschaftler in einem Hörtest mehrfach die Silbe "da" vor. Gleichzeitig registrierten sie mit Elektroden auf der Kopfhaut die Aktivität von Nervenzellen im Hirnstamm. In diesem Teil des Gehirns werden Signale aus dem Innenohr zuerst registriert.

Dabei zeigte sich: Die Neurone reagierten umso schneller auf die Silbe, je länger die Teilnehmer früher ein Instrument gespielt hatten – selbst wenn die letzte Übungsstunde 40 Jahre zurücklag. Mehr als eine Millisekunde betrug der Unterschied zwischen gänzlich musikunerfahrenen Probanden und solchen, die mindestens vier Jahre Unterricht genossen hatten. Die Forscher vermuten, dass musikalische Erfahrungen die Wahrnehmung von Klängen aller Art verbessert. Sie fördern das Hörvermögen offenbar ein Leben lang.

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