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Walkadaver: So wird die Obduktion ablaufen

Am Strand der dänischen Insel Anholt ist schon einiges für die Untersuchung des toten Buckelwals vorbereitet. Hat das Rätselraten um die Todesursache des Tiers bald ein Ende?
Ein gestrandeter Wal liegt am Strand, während ein gelbes Fahrzeug mit einem Seil versucht, ihn zu bewegen. Eine Person steht neben dem Fahrzeug und überwacht den Vorgang. Der Ozean erstreckt sich im Hintergrund, und der Himmel ist bewölkt. Die Szene zeigt die Herausforderung der Bergung eines großen Meerestieres an der Küste.
Ein Bergungsteam hat den Kadaver des Buckelwals aus dem flachen Wasser an Land gezogen.

Der Strand der dänischen Insel Anholt wird am 4. Juni 2026 Schauplatz für die Obduktion des als »Timmy« oder wahlweise auch »Hope« bezeichneten Buckelwals. Tierärzte und Wal-Experten wollen den Kadaver untersuchen und Proben entnehmen, um der Todesursache auf die Spur zu kommen. Presse und Öffentlichkeit dürfen zusehen. Der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen warnte: Das werde nichts für schwache Nerven. »Der Wal hat jetzt schon sehr lange in der Sonne gelegen und wird sehr stinken«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Ein Bergungsteam hatte den Kadaver am Wochenende zuvor aus dem flachen Wasser an Land gezogen. Der Wal hatte da bereits zwei Wochen tot vor der Insel gelegen. Mithilfe eines Radladers wurde der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet. Anschließend legten Helfer einige Metallplatten aus und stellten Container bereit. 

Am Donnerstagnachmittag soll das Untersuchungsteam mit der Fähre auf der kleinen Urlaubsinsel ankommen. Die Obduktion wird etwa sechs Stunden dauern. »Das Tier wird zunächst vermessen, sein Geschlecht bestimmt, und dann wird man Hautproben für einen DNA-Test entnehmen«, erklärte Wal-Experte Madsen. Das Team werde äußere Verletzungen dokumentieren und nach Anzeichen für Krankheiten und Parasiten schauen.

»Dann wird man den Kadaver mit einem langen Messer punktieren, eine Art Loch hineinschneiden«, sagte Madsen. »Das wird heftig: Man kann sich das vorstellen, als wenn man in einen Ballon sticht – da ist wirklich Druck drauf.« Durch Fäulnisgase war der Kadaver in den vergangenen Wochen stark aufgebläht. 

Anschließend untersuchen die Experten die Organe und andere Teile des Tiers gründlich, etwa auf innere Blutungen. Wasser in der Lunge könnte ein Indiz dafür sein, dass der Wal ertrunken ist. »Weil das Tier schon so lange tot ist, könnte es aber schwierig werden, dazu etwas zu sagen.«

Im Darm des Buckelwals werden die Experten nach Plastik und Fischereimaterial suchen. »Vier der sechs letzten in Dänemark gestrandeten Buckelwale hatten zuvor Kontakt zu Fischernetzen – und wir wissen sicher, dass die zu ihrem Tod beigetragen haben«, sagte Madsen, der in den vergangenen 25 Jahren nach eigenen Angaben bei jeder Wal-Obduktion in Dänemark dabei war.

Dass die Untersuchungen direkt am Strand von Anholt stattfinden, war eigentlich nicht so geplant. Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Das missglückte aber. Nun sollen die Überreste nach der Obduktion in eine Verwertungsanlage auf dem Festland gebracht werden. (dpa/kmh)

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