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Drachenschmuggel: Touristen dürfen bald nicht mehr nach Komodo

Komodowarane sind die Hauptattraktion der indonesischen Insel. Doch zu viel ist offenbar zu viel. Nach einem Schmuggelfall wird das kleine Eiland ab 2020 für Touristen gesperrt.
Komodowaran vor KreuzfahrtschiffenLaden...

Die indonesische Regierung riegelt offenbar die Insel Komodo für Besucher ab. Medienberichten zufolge sollen ab Januar 2020 keine Touristen mehr in die Heimat des berühmten Komodowarans gelassen werden, stattdessen will sich die Inselverwaltung verstärkt um den Schutz der bedrohten Tiere kümmern. Die Maßnahme soll nach jetzigen Planungen ein Jahr andauern.

Laut dem britischen »Guardian« diskutiert die Provinzregierung bereits seit Januar 2019 diesen Schritt. Auslöser für die Entscheidung, die am 29. März öffentlich wurde, war offenbar auch ein Schmuggelversuch, der zeitgleich aufgedeckt wurde. Dem indonesische Nachrichtenmagazin »Tempo.co« zufolge hatten Wilderer versucht, 41 Komodowarane außer Landes zu bringen. Die Riesenechsen seien auf Facebook für 500 Millionen Indonesische Rupien (30 000 Euro) pro Tier angeboten wurden. Fünf Verdächtige seien bereits gefasst worden.

Das touristenfreie Jahr soll den Naturschutzbehörden die Möglichkeit zur Wiederaufforstung der Wälder mit einheimischen Pflanzen geben. Auch der Bestand von Beutetieren des Warans, vor allem Hirsche, soll sich erholen. Den 5000 Waranen setze Lebensraumverlust und Nahrungsmangel zu. Ausgewachsene »Komododrachen« können bis zu drei Meter lang und über 50 Kilogramm schwer werden. Die Warane gelten damit als die größten lebenden Echsen der Welt. Ihr Verbreitungsgebiet ist auf die Hauptinsel Komodo sowie die kleineren Nachbarinseln Padar und Rinca beschränkt. Das gesamte Gebiet ist Teil des Komodo-Nationalparks, einer UNESCO-Welterbestätte.

Derzeit hat der Park monatlich rund 10 000 Besucher. »Es gibt hier bereits eine Art Massentourismus, und das ist wirklich beunruhigend«, sagte Marius Ardu Jelamu von der lokalen Tourismusbehörde der französischen Nachrichtenagentur AFP. In Sachen Renaturierung und Tierschutz wolle man sich künftig an den Galapagosinseln ein Beispiel nehmen.

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