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Gentechnik: Transgene Hennen legen Eier mit medizinischen Wirkstoffen

Forscher des schottischen Roslin-Instituts haben gentechnisch veränderte Hühner erzeugt, die im Eiklar medizinische Wirkstoffe produzieren. So bilden die Hennen in ihren Eiern so den Antikörper miR24, der gegen Hautkrebs helfen könnte, oder Interferon beta-1, das gegen Viren und zur Behandlung von Multipler Sklerose verwendet wird.

Die schottischen Forscher um Helen Sang nutzten ein deaktiviertes Lentivirus, um die genetischen Bauanleitungen für die gewünschten Substanzen in das Erbgut von Hähnen einzuschleusen. Diese Sequenzen hatten sie mit regulatorischen Einheiten des Ovalbumin-Gens verknüpft, dessen Produkt über die Hälfte des Proteingehalts im Eiklar ausmacht. Aus der Paarung mit normalen Hennen entstand so eine erste Generation von transgenen Hühnern, welche die Eier mit verändertem Eiklar legten.

Auch eine zweite Generation von Hühnern trug das transgene Erbgut in sich und legte Eier mit den menschlichen Proteinen. Bei bisherigen Versuchen mit transgenen Vögeln war genau diese Vererbung der gewünschten Eigenschaft häufig nicht gelungen. Bei beiden Hühnergenerationen schwankte die Menge der jeweils produzierten Wirkstoffe im Eiklar jedoch stark – je nachdem, welches Huhn das Ei gelegt hatte. Die Ursache hierfür ist noch unklar.

Die Proteine wurden aus den Eiern herausgefiltert und gereinigt. In ersten Tests erwiesen sie sich zumindest im Labor als wirksam. Die Forscher erhoffen sich von der neuen Methode eine vereinfachte und kostengünstige Alternative zu bislang üblichen industriellen Herstellungsverfahren von Medikamenten.

Vor elf Jahren machte das Roslin-Institut erstmals auf sich aufmerksam, als sie mit Dolly das erste geklonte Schaf erzeugten. (tak)

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