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Seuchen: Ebola wächst nicht mehr überall flächendeckend

Gemischte Nachrichten aus dem westafrikanischen Krisengebiet. Der Kampf gegen Ebola scheint in Liberia und Guinea zu wirken, aber Sierra Leone macht Sorgen.
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Bis Ende letzter Woche registrierte die Weltgesundheitsorganisation WHO in Westafrika 15 145 Patienten mit Ebola, von denen 5420 bislang gestorben sind. Der Schwerpunkt der Krise verlagert sich dabei zunehmend von Liberia und Guinea nach Sierra Leone, wo die Fallzahlen weiterhin landesweit ansteigen. Dagegen konzentriert sich die Seuche in Liberia – wo lange der Anstieg am stärksten ausfiel – und Guinea mittlerweile auf mehrere Zentren, darunter rund um die liberianische Hauptstadt Monrovia. Auf nationaler Ebene beobachtet die WHO dagegen kein flächendeckendes Wachstum mehr – ein erstes Anzeichen, dass die verstärkte medizinische Krisenbekämpfung wirken könnte.

Sorge bereitet der WHO der jüngste Ausbruch in Mali, wo mittlerweile sechs Menschen an Ebola erkrankten, von denen bislang fünf starben. Während der erste Fall – ein kleines Mädchen – keine weiteren Ansteckungen nach sich zog, ist das neuerliche Auftreten kritischer: Ausgelöst wurde es durch einen infizierten und inzwischen verstorbenen Imam, an dem sich mehrere Personen infizierten. Mittlerweile wurde der Geistliche in seiner guineischen Heimat unter großer Anteilnahme beerdigt, wobei er dabei wohl von zahlreichen Menschen berührt wurde. Mehrere hundert Menschen befinden sich daher momentan in Mali und Guinea unter Beobachtung, und die WHO sucht gezielt nach weiteren Kontakten. Traditionelle Bestattungen bergen ein extrem hohes Ansteckungsrisiko und gelten als Auslöser für immer neue Erkrankungswellen.

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