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Wetter: Deutschlands Flüsse nähern sich historischem Tiefstand

Der Oktobersommer geht in die Verlängerung. Und ein Blick auf die Großwetterlagen verheißt auch weiterhin keinen Niederschlag. Die Trockenheit verschärft sich.
Trockenheit am Rhein

Der Rhein gleicht stellenweise eher einem Rinnsal, auf der Donau und der Elbe wurde der Transport von Fracht im Prinzip streckenweise schon eingestellt. Deutschlands Flusspegel nähern sich rekordverdächtigen Tiefständen, und eine Besserung ist nicht in Sicht. Seit April fehlen in Mitteleuropa flächendeckend die Niederschläge – und die aktuellen Prognosen verheißen wenig Änderung. Laut dem »Deutschen Wetterdienst« verzieht sich zwar das momentan herrschende Hochdruckgebiet »Viktor« im Lauf der Woche weiter nach Osteuropa, doch soll nur kurzfristig eine Kaltfront das schöne Wetter stören: Regen bringt sie zudem kaum mit. Damit endet der »Oktobersommer«, der regional Wärme von bis zu 27 Grad Celsius brachte. Hinter »Viktor« steht nach bisherigen Prognosen allerdings bereits Hoch »Wolfgang« in den Startlöchern. Es bestimmt ab dem Wochenende das Wetter über Deutschland: mit niedrigeren Höchstwerten, aber weiterhin ohne Niederschläge.

Die mittelfristige Prognose des europäischen ECMWF-Modells sieht bis weit in die nächste Woche hinein kaum Regen in Deutschland, so dass die Dürre hier zu Lande weiter anhält und sich regional verschärft: In manchen Regionen hat es seit Anfang Oktober zum Beispiel überhaupt noch keinen Tropfen Wasser vom Himmel gegeben. Das Dürre-Monitoring des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) Leipzig-Halle registriert im Oberboden fast deutschlandweit eine moderate bis außergewöhnliche Dürre. Betrachtet man den Boden bis in 1,8 Meter Tiefe, so herrscht in weiten Teilen der Bundesrepublik Rot und Dunkelrot vor: extreme bis außergewöhnliche Dürre. Seit Monaten schrumpft auch das Wasservolumen in den Flüssen. Der Pegelstand in Emmerich am Niederrhein lag am Montag (15.10.) bei nur noch 26 Zentimetern und damit zwei Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2003 (in der Fahrrinne selbst beträgt er allerdings noch 2,22 Meter, was aber ebenfalls sehr niedrig ist). In Duisburg-Ruhrort soll dieser Tiefstwert ebenfalls bald fallen. Auch die Donau meldet so niedrige Pegel, dass bei einer Fahrrinnentiefe von 1,5 bis 1,6 Meter Flussfrachter nur noch leer oder allenfalls mit sehr geringer Fracht fahren können. Zwischen Magdeburg und Dresden ruht die Schifffahrt seit Monaten, Besserung ist hier ebenso wenig in Sicht. Am Rhein mussten sogar mehrere Fähren ihren Betrieb einstellen.

Wie geht es weiter? Flächendeckender Regen ist weiterhin nicht in Sicht. Die mittelfristige Prognose des ECMWF sieht leichte Signale dafür, dass es ab dem 24. Oktober zu einer Nord- oder Nordwestwetterlage kommen könnte – mit Regen und in höheren Lagen vielleicht sogar ersten Schneeflocken. Das US-Wettermodell favorisiert dagegen weiterhin Hochdruck. Eine nachhaltige Umstellung auf eine Westwetterlage, bei der sich Tief an Tief reiht, die über Mitteleuropa hinwegziehen, ist allerdings bei beiden nicht in Sicht. Und damit dürfte uns vorerst auch die Dürre erhalten bleiben.

42/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 42/2018

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