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News: Trotz Geldmangels ein Blick auf Element 114

Die Theorie verheißt den Wissenschaftlern inmitten des Meeres radioaktiver Elemente eine Insel der Ruhe: Hinreichend schwere Atomkerne sollen bei einem günstigen Verhältnis von Protonen und Neutronen wieder stabil sein, so daß die Forscher deren Eigenschaften ganz gemächlich untersuchen können, statt sie in Sekundenbruchteilen mehr oder minder genau abschätzen zu müssen. Aus Rußland kommt die Nachricht, daß ein weiterer Schritt auf dieses Ziel zu gelungen sei. Trotz Geldmangels habe man dort zum ersten Mal das künstliche Element 114 hergestellt.
Immerhin ganze 30 Sekunden lang soll der Atomkern des Elementes 114 existiert haben, berichtet Professor Juri Oganesjan vom Joint Institute for Nuclear Research in Dubna bei Moskau in einer russischen Tageszeitung. In der Tat ist eine halbe Minute eine bemerkenswert lange Zeit für ein künstliches Element. Doch bisher konnte nur ein einziger Atomkern synthetisiert werden – zu wenig, um seine Eigenschaften zu bestimmen. Und bevor die Entdeckung anerkannt wird, muß der Versuch wiederholt werden können.

Wenn das Experiment aber bestätigt werden sollte, wäre dies ein großer Erfolg, meint Professor Sigurd Hofmann von der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt. An seinem Institut sind die Elemente 107 bis 112 entdeckt worden, das Element 113 wurde bislang nirgendwo hergestellt.

Das Element 114 hatte eine atomare Masse von 289. Seine weiteren Charakteristika hatten im letzten Jahr zwei Forscher mit Hilfe eines Computermodells vorhersagen wollen. Danach verhält es sich etwa wie eine gigantische Version des wohlbekannten Elementes Blei. Ob die Prognosen allerdings zutreffen, wird sich erst nachprüfen lassen, wenn mehrere Atome zugleich produziert werden können.

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