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Epidemie: Trügerische Zahlen zu Ebola

Neueste Zahlen aus Westafrika zu Ebola wecken Hoffnungen. Doch sehr wahrscheinlich zeigen sie nur einen kleinen Teil der Epidemie.
Ebolaviren

Auf den ersten Blick wecken die neuesten Zahlen zur Ebolaepidemie in Westafrika Hoffnungen: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fiel die Zahl der Neuerkrankungen pro Woche zum zweiten Mal hintereinander. Vor allem in Liberias Hauptstadt Monrovia wurden in den letzten 14 Tagen nur fünf neue Fälle bestätigt, wo zuvor ein dramatischer Anstieg zu beobachten war. Im Rest des Landes wie in Sierra Leone breitet sich das Virus dagegen weiterhin ungebremst aus. Insgesamt müsse man die Daten jedoch ohnehin mit höchster Vorsicht bewerten, so die WHO: Es gebe überzeugende Berichte aus Monrovia, dass auch dort weiterhin bei zahlreichen Menschen das hämorrhagische Fieber ausbricht, diese aber nicht registriert werden. Das Gesundheitssystem des Landes ist völlig überlastet, die Zahl der Krankenhausbetten absolut unzureichend. Viele Erkrankte würden vor den Krankenhäusern abgewiesen und kehrten zu ihren Familien zurück oder lebten auf der Straße. Entgegen der offiziellen Daten verschlechtere sich die Situation also auch in Monrovia weiter, so die Organisation. Dazu verzögert sich die Analyse von Blutproben, da die Labore vor Ort ebenfalls an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

In Sierra Leone infizieren sich laut Schätzungen pro Stunde fünf Menschen mit dem Virus, bis Ende des Monats könnte sich diese Zahl auf zehn verdoppeln, so die Prognose. In Guinea nimmt die Zahl der Ebolafälle dagegen seit fünf Wochen kontinuierlich leicht ab, doch angesichts der Virulenz des Erregers möchte die WHO hier ebenfalls noch keine Entwarnung geben. Insgesamt haben sich bislang mindestens 7157 Menschen mit Ebola infiziert, 3330 starben seit Beginn der Epidemie im Dezember 2013.

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