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Reaktorkatastrophe: Tschernobyl-GAU verursachte neue Form des Schildrüsenkrebs

Als Folge der radioaktiven Verstrahlung entwickelten von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl Betroffene eine besondere Art von Schilddrüsenkrebs. Die Ursache liegt in einer mutationsbedingten Verschmelzung zweier Gene, berichten Forscher der Universität von Cincinatti.

Als die häufigste Ursache spontaner Krebsfälle, die sich nicht auf eine vorherige Verstrahlung zurückführen lassen, waren bereits Mutationen des Gens BRAF bekannt. Durch Strahlung bedingte Schilddrüsenkrebsfälle werden dagegen meist durch eine Fusion der RET- oder RAS-Gene verursacht. Bei Tschernobyl-Opfern aber kleben die strahlengeschädigten Enden der auf Chromosom 7 liegenden Gene BRAF und AKAP9 zusammen, so die Wissenschaftler. Das Protein Braf verliert dadurch die Fähigkeit sich selbst zu deaktivieren, löst ungebremst Zellteilungen aus und macht gesunde Zellen so zu malignen Tumoren.

Chromosomale Inversionsmutationen, für welche die Schildrüsenzellen offenbar besonders anfällig sind, werden mit dieser Studie als typische Ursache von Krebserkrankungen in der Region um Tschernobyl und Weißrussland bestätigt, kommentieren Wissenschaftler der Universität Neapel.
04.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.01.2005

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