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Fernerkundung: Tsunami-Beobachtung mit Mikrowellen aus dem All

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Erstmals identifizierten nun Wissenschaftler den katastrophalen Tsunami von 2004 durch die Auswertung von Mikrowellendaten eines Satelliten. Mit diesen Erkenntnissen, so hoffen Yuliya Troitskaya und Stanislav Ermakov von der russischen Akademie der Wissenschaften von Nizhny Novgorod, könnten Tsunamis vielleicht zukünftig vom Weltraum aus erkannt werden.

Der Satellit Jason-1 hatte am 26. Dezember 2004 die Wellenfront der Flutwelle überflogen und dabei die Meereshöhe und weitere Parameter gemessen. Jason-1 verfügt über mehrere Kanäle und kann also sichtbares Licht ebenso aufnehmen wie Infrarotstrahlung und Mikrowellen.

Bei der Datenanalyse bemerkten die Forscher, dass die reflektierten Radarwellen zweier Mikrowellenkanäle beim Überfliegen der Tsunamiwelle deutlich verformt wurden. Die geophysikalischen Messungen zeigten zudem eine plötzlich veränderte Meereshöhe an. Mit Hilfe der Daten aus anderen Spektralbereichen konnten die Forscher jedoch ausschließen, dass Wolken oder andere meteorologische Phänomene die empfangenen Signale derart verändert hatten.

Der Erdbeobachtungssatellit Jason-1 umkreist die Erde in etwa 122 Minuten auf wechselnden Bahnen, alle zehn Tage werden die gleichen Bahnen dann jeweils wiederholt. Er soll Daten über die Topografie der Meeresoberfläche, die Höhe des Meeresspiegels und die ozeanischen Zirkulationen sammeln.
25.02.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 25.02.2006

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