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TÜV-Bericht: Jedes achte Röntgengerät weist Mängel auf

Röntgengeräte sind eine wichtige Komponente der Medizin, können aber auch Risiken für Patienten bergen. Experten testen ihre Sicherheit umfassend – und stoßen mitunter auf gravierende Schwachstellen.
Eine Ärztin zeigt einer Patientin ein Röntgenbild des Brustkorbs. Die Ärztin deutet auf einen Bereich des Bildes, während die Patientin aufmerksam zuhört. Das Bild zeigt die Struktur der Rippen und Lungen. Es findet in einem hellen Raum statt, der auf eine medizinische Umgebung hinweist.
Röntgengeräte werden unter anderem in der Human-, Dental- und Tiermedizin eingesetzt. Schon kleine Fehler könnten die Aussagekraft der Röntgenbilder beeinträchtigen.

Jedes achte Röntgengerät in Deutschland weist nach Angaben einer Untersuchung von TÜV-Experten Mängel auf. Damit sei die Mängelquote im Vergleich zum Vorjahr leicht von 12 auf 13 Prozent gestiegen, heißt es im »TÜV Röntgenreport 2026«

Bei der Überprüfung von mehr als 15 000 Röntgengeräten (acht Prozent davon aus der Tiermedizin) stellte der TÜV-Verband demnach bei rund 2000 Geräten Mängel fest. Etwa jeder sechste festgestellte Mangel (17 Prozent aller beanstandeten Maschinen) wurde als »schwerwiegend« eingestuft. Darunter fallen unter anderem Schwachstellen, die das Patientenrisiko durch eine zu hohe Strahlendosis oder fehlende Bildqualität, etwa durch Kratzer auf Folien, erheblich erhöhen. »Schwerwiegende Mängel schließen einen Weiterbetrieb der Anlage grundsätzlich aus, bis der Mangel behoben und das Gerät erneut geprüft wurde«, so der TÜV‑Verband.

»Röntgen ist ein unverzichtbares Werkzeug der Medizin und Technik, aber jede Aufnahme bedeutet auch eine Strahlenbelastung«, erklärte der TÜV-Strahlenschutzexperte Alexander Schröer. Deshalb müssten die Geräte und ihre Anwendung besonders sorgfältig kontrolliert werden. Ein einwandfreier Strahlenschutz sei Voraussetzung für den sicheren Einsatz. Röntgen sei nur dann sinnvoll, wenn der Nutzen klar überwiege und Risiken konsequent minimiert würden.

Bereits kleine Fehler im Röntgengerät können gravierende Folgen haben

Röntgengeräte werden unter anderem in der Zahn-, Human- und Tiermedizin eingesetzt. Schon kleine Fehler könnten die Aussagekraft der Röntgenbilder beeinträchtigen und somit direkte Folgen für die jeweilige Behandlung haben, so Schröer. »In der Human- und Dentalmedizin ist eine verlässliche Diagnose nur anhand technisch einwandfreier Bilder möglich.«

Insgesamt hat sich die Mängelquote dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren zwar verbessert. Besonders deutlich ist diese Entwicklung in der Human- und Dentalmedizin: In der Humanmedizin sank der Anteil mangelhafter Geräte innerhalb von vier Jahren von 22 auf 14 Prozent, in der Dentalmedizin von 20 auf 16 Prozent. Trotzdem ist die Mangelquote weiterhin auf einem nicht vernachlässigbaren Niveau. Entsprechend hoch bleibe der Handlungsbedarf, besonders beim Strahlenschutz und im Umgang mit Bildgebungssystemen, betonte der TÜV‑Verband.

»Die meisten Röntgengeräte sind allgemein in einem guten Zustand«Martin Fiebich, Strahlenschutzexperte

»Die meisten Röntgengeräte sind allgemein in einem guten Zustand«, sagte der Strahlenschutzexperte Martin Fiebich von der Technischen Hochschule Mittelhessen, der nicht an der Prüfung beteiligt war, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Bei schwerwiegenden Mängeln müsse reagiert werden – genau dafür seien die Prüfungen da, betonte der Experte, der dem Vorstand der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) angehört. »Die Prüfungen sorgen dafür, dass die Systeme regelmäßig gepflegt und überholt werden.« Tendenziell sinke die Anzahl der schwerwiegenden Mängel.

Bei Dentaluntersuchungen, die den größten Teil von Röntgenaufnahmen ausmachten, sei die Strahlenexposition in der Regel ohnehin meist sehr gering, betonte Fiebich. Bei Untersuchungen am Rumpf seien dagegen höhere Strahlenmengen erforderlich, um das dortige dickere Gewebe zu durchdringen. (dpa/AnL)

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