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News: Turbostart auf der Datenautobahn

Die Washington University hat ein Patent auf Verfahren angemeldet, die Internetanwendungen wie E-Mail, das World Wide Web und elektronischen Handel zehnmal schneller als derzeit üblich machen sollen.
George Varghese, Professor für Computerwissenschaft an der School of Engineering and Applied Science hat zusammen mit drei Kollegen der Washington University Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, eine Internet-Adresse in der Zeit von 100 Nanosekunden herauszufinden. Momentan liegt die durchschnittliche Dauer bei 1,2 Mikrosekunden.

Der Unterschied zwischen Nanosekunden und Mikrosekunden ist im Bereich des Internets durchaus relevant: Die Anzahl der angeschlossenen Computer im Internet verdreifacht sich alle zwei Jahre; die Anwendungen werden viel komplexer als E-mail und ASCII-Textdateien, inzwischen enthalten sie Multimedia-, Audio-, Video- und Druckdaten; die Geschwindigkeit der Datenverbindungen erhöht sich um den Faktor 12 gegenüber der momentanen Geschwindigkeit von 45 Megabits pro Sekunde und erreicht damit den Gigabit-Bereich.

Während die Datenverbindungen schneller werden, hat die eingesetzte Router-Hardware, die Internet-Nachrichten weiterleitet, weder die Geschwindigkeit noch die Speicherkapazität, um die Daten entsprechend verarbeiten zu können, sagt Varghese. Die schnellsten momentan zur Verfügung stehenden Router leiten Nachrichten mit einer maximalen Geschwindigkeit von 100000 bis 500000 Nachrichten pro Sekunde weiter. Um mit den Geschwindigkeiten der Datenverbindungen im Gigabit-Bereich mitzuhalten, müßte ein Router fünf Millionen Meldungen pro Sekunde weiterleiten.

Verbessern die Router ihre Geschwindigkeit nicht, wird es weiterhin Engpässe, Verzögerungen und unzufriedene Internet-Kunden geben, meint Varghese. Er präsentierte eine Studie über die neuen Techniken auf der Herbsttagung der Association for Computing Machinery. Die Verfahren stellen mathematische Techniken dar, die 32-bit-Präfix-Adreßoptionen der Internet-Meldungen in Gruppen sortieren. Diese können viel schneller durchsucht werden, als es mit dem bit-für-bit-Verfahren der letzten 20 Jahre möglich war.

„Es besteht ein starkes kommerzielles Interesse an diesen Techniken, aber wir müssen abwarten, bis der Rauch sich verzogen hat und wir klar sehen können, was wir machen wollen“, sagt Varghese. Acht Firmen haben Vertraulichkeitsvereinbarungen mit ihm und der Washington University unterzeichnet, um diese Techniken zu überprüfen. Nach Aussage des Wissenschaftlers steht eine Lizenzvergabe kurz vor dem Abschluß.

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