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Rauschmittel: Twitter-Nutzer sind pro Marihuana

Wenn es nach Twitter ginge, wäre Marihuana schon längst überall legalisiert: Eine deutliche Mehrheit spricht sich auf Twitter für Hanfprodukte aus.
CannabisLaden...

In einem einzigen Monat Anfang 2014 schrieben Twitter-Nutzer mindestens sieben Millionen Tweets, die sich mit Marihuana und dessen Konsum beschäftigten – und die Zahl der Pro-Hanf-Stimmen überstieg die der gegenteiligen Meinung um das 15-Fache. Das geht aus einer Datenanalyse von Patricia Cavazos-Rehg und ihren Kollegen vom Washington University Institute for Public Health hervor, die zusammen mit der Social-Media-Analysefirma Simply Measured jeden einzelnen Tweet mit Worten wie "Joint" oder "Bong" suchten, der zwischen dem 5. Februar und 5. März letzten Jahres online ging. Sie konzentrierten sich dabei sogar nur auf Accounts, die entweder mehr als 775 Follower hatten beziehungsweise einen Klout-Score von mehr als 44 aufwiesen – je höher dieser Score, desto höher der Einfluss in den sozialen Medien. Eine Zufallsstichprobe der Tweets ergab, dass sich 77 Prozent positiv über das Rauschmittel äußerten, 5 Prozent negativ und der Rest neutral. Diejenigen, die sich wohlwollend über Marihuana äußerten, hatten zudem 12-mal so viele Follower wie ihre "Kontrahenten".

Bedenklich stimmte die Mediziner, dass die Mehrzahl der Cannabis-Advokaten zur Altersgruppe der 25-Jährigen und jünger zählte. Je früher der Marihuanakonsum beginnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Nutzer psychisch und körperlich abhängig werden – zumal häufiges Kiffen die Hirnstrukturen und das Gedächtnis beeinträchtige, so Patricia Cavazos-Rehg. Während die Werbung für legale Rauschmittel wie Alkohol oder Zigaretten in der Öffentlichkeit vielfach eingeschränkt sei, könne auf Twitter darüber ebenso frei wie über Marihuana geschrieben werden – was zur Verharmlosung beitragen könne. Wer sich pro Marihuana auf Twitter aussprach, ermutigte häufig zum Konsum, forderte die Legalisierung oder hob den gesundheitlichen Nutzen des Stoffs hervor. Gegenstimmen hingegen betonten die schädliche Wirkung beziehungsweise sprachen sich gegen eine breite Freigabe aus.

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