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News: Über eine neue Art gestolpert

Wieviele Tierarten gibt es auf unserem Planeten? Diese Frage kann niemand beantworten. Seit kurzem kennen Zoologen jedenfalls noch eine mehr. Durch einen unglaublich glücklichen Zufall stolperte nämlich eine Wissenschaftlerin in den peruanischen Anden über ein frisch erlegtes Nagetier, das bisher weder bekannt noch beschrieben war. Es ist sogar so ungewöhnlich, dass es zu einer neuen Gattung gehört.
Wieviele Tierarten unsere Erde beherbergt, können Wissenschaftler nur schätzen. Niemand weiß, welche Geheimnisse sich in den unzugänglichen Gebieten der tropischen Regenwälder, Tiefseegräben oder Hochgebirgsregionen noch verbergen. Und auch mitten in Mitteleuropa entdecken Forscher zum Beispiel noch neue Insektenarten.

Zu den nur schwer zugänglichen und daher noch relativ unerforschten Regionen gehören auch die steilen, mit dichten Wäldern bedeckten Osthänge der Anden. Dort muss man schon sehr viel Glück und Ausdauer haben, um überhaupt Tiere zu Gesicht zu bekommen. Sitzen sie auch nur einen Meter entfernt im undurchdringlichen Gebüsch, sind sie für uns im Prinzip schon unsichtbar.

Doch manchmal gibt es auch unwahrscheinlich glückliche Zufälle. So stolperte Louise Emmons von der Smithsonian Institution während einer Expedition in den peruanischen Anden – ganz in der Nähe der verlassenen Inka-Stadt Macchu Picchu – im wahrsten Sinne des Wortes über einen katzengroßen Nager, den ein Wiesel gerade verspeisen wollte. Das baumbewohnende Tier ist recht kräftig gebaut, blassgrau gefärbt, hat einen weißen Streifen von der Stirn bis zur Nasenspitze und starke Krallen. Und es ist noch nie zuvor beschrieben worden, berichtet die Expertin. Darum taufte sie es auf den Namen Cuscomys ashaninka, in Anlehnung an die nahegelegene Stadt Cusco und die Ureinwohner der Gegend, die Ashaninka.

Die nächsten Verwandten der neuen Art sind nach Ansicht von Emmons größere, ebenfalls baumbewohnende Säuger, die aus einigen Inkagräbern bekannt sind. Anscheinend dienten sie den Bewohnern von Macchu Picchu als Haustiere und wurden dann zusammen mit ihren Besitzern bestattet. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass diese Art ausgestorben ist. Doch nun keimt die Hoffnung, dass auch sie im undurchdringlichen Grün noch aufgestöbert wird.

Und wer weiß, was die Forscher noch so erwartet. Bei der Expedition in das Vilcabamba-Gebiet entdeckten sie bereits zwei neue Mausarten, zwei Orchideen, elf Schmetterlinge und mehr als ein halbes Dutzend neuer Frosch- und Echsenarten.

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