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News: Überfischung beeinflusst Evolution des Kabeljaus

Die Überfischung der Kabeljaubestände im Nordatlantik hat dazu geführt, dass die Tiere früher ihre Geschlechtsreife erreichen. Esben Olsen vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse im österreichischen Laxenburg hatte zusammen mit Kollegen aus Norwegen und Kanada die Daten für Größe, Alter und Geschlechtsreife von über 10 000 Kabeljauweibchen (Gadus morhua) ausgewertet, die in den Jahren zwischen 1977 und 2002 vor den Küsten von Neufundland und Labrador gefangen worden sind. Dabei zeigte sich, dass zum Ende der 1980er Jahre die Tiere im Schnitt bereits mit fünf statt mit sechs Jahren geschlechtsreif waren.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die starke Befischung diejenigen Tiere bevorteilten, die zufällig schneller geschlechtsreif wurden und sich damit schneller vermehren konnten. Ein derartiger Eingriff des Menschen in die Evolution müsse beim zukünftigen Fischerei-Management berücksichtigt werden, fordern die Forscher.

Die Kabeljaubestände des Nordatlantiks stellten für Jahrhunderte die Grundlage der kanadischen Fischerei dar. Auf Grund der Überfischung gingen die Bestände bis zu Beginn der 1990er Jahre um mehr als 99 Prozent zurück und zeigten damit den dramatischsten Zusammenbruch einer Population, der in der Geschichte der Fischerei bekannt ist. Im Juli 1992 verbot die kanadische Regierung den Kabeljaufang. Trotz dieses Moratoriums hat sich die Population bisher noch nicht erholt.

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  • Quellen
Nature 428: 932–935 (2004)

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