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Fettleibigkeit: Übergewicht durch Viren?

Zu viele Pfunde auf den Hüften kommen nicht nur von falscher Ernährung oder ungünstiger genetischer Disposition, sondern könnten auch das Resultat einer Virusinfektion sein. Wie Forscher von der Universität von Wisconsin bei Versuchen mit Hühnern herausgefunden haben wollen, verursacht das humane Adenovirus Ad-37 bei den Vögeln Fettleibigkeit.

Basis der Untersuchung war eine frühere Studie, nach der die verwandten Viren Ad-36 and Ad-5 bei Tieren zu Übergewicht führen. In der aktuellen Studie unterteilten die Forscher ihre Hühner in vier Gruppen. Drei davon setzten sie den verschiedenen Adenovirenstämmen aus; eine Gruppe diente der Kontrolle. Über einen Zeitraum von drei Wochen wurden genauestens die Nährstoffaufaufnahme, Gewicht und Körperfett der Tiere kontrolliert.

Dokumentiert wurde auch die Menge der Antikörper, welche die Hühner gegen das Virus entwickelt hatten. Mit der selben Ernährung hatte die Ad-37-Gruppe deutlich mehr Fett im Körper und in den Eingeweiden angesetzt als jene Tiere, die mit Ad-2, Ad-31 oder gar keinem Virus infiziert worden waren. Auch beim Gewicht waren Unterschiede festzustellen. Die Ad-37-Hühner hätten geringfügig mehr gewogen, berichten die Forscher um Leah Whigham.

Wenn sich bei weiteren Studien herausstellen sollte, dass diese Adenoviren auch beim Menschen zu Übergewicht führen, dann hätte man mit der Entwicklung eines Impfstoffs ein wirksames Mittel gegen Neuinfektionen zur Hand, hoffen die Forscher. Allerdings gebe es noch viele Rätsel zu lösen: Zum Beispiel, warum manche Individuen trotz einer Virusinfektion kein Gramm Fett zunehmen.
31.01.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 31.01.2006

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