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Empfängnisverhütung: Übergewicht steigert Risiko einer Schwangerschaft trotz Pille

Übergewichtige und fettleibige Frauen haben gegenüber Normalgewichtigen ein sechzig bis siebzig Prozent höheres Risiko, trotz Empfängnisverhütung mit der Pille schwanger zu werden. Victoria Holt vom Fred Hutchinson Cancer Research Center und ihre Kollegen fanden heraus, dass ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 27,3 – das entspricht bei 1,65 Metern Körpergröße einem Gewicht von gut 74 Kilogramm – die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft rapide ansteigt.

Verschiedene biologische Effekte könnten dabei eine Rolle spielen, erklären die Forscher. Zum einen erhöht sich mit dem Körpergewicht die Stoffwechselrate, was die Wirkung eines Medikamentes entsprechend verkürzen könnte. Weiterhin wäre möglich, dass Übergewichtige in der Leber mehr Enzyme aufweisen, welche die Wirkstoffe zersetzen und so deren Konzentrationen im Blutkreislauf reduzieren. Denkbar wäre auch, dass die Hormone der Pille, Östrogen und Progesteron, im Fettgewebe gespeichert und so dem Blutkreislauf entzogen würden, mutmaßen die Wissenschaftler. Gleichzeitig seien die Hormongehalte in den Verhütungsmitteln ständig gesunken und daher für einige übergewichtige Frauen womöglich nicht mehr ausreichend.

Diese Frauen sollten nun aber keinesfalls auf höher dosierte Pillen umsteigen, warnt Holt. Denn mit dem Übergewicht steigt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch höhere Hormonkonzentrationen weiter gefördert werden könnten. Neben einer Gewichtsreduktion empfiehlt die Forscherin stattdessen, vorsichtshalber weitere Verhütungsmittel wie Kondome oder andere Barrieremethoden einzusetzen.

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