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Depression: Überraschender Zusammenhang zwischen Schlaf und Medikamenten

Bisher galt Schlafentzug als wirksames Mittel gegen Symptome einer Depression - doch im Zusammenspiel mit Antidepressiva scheint plötzlich das Gegenteil zu gelten.
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Depression und Schlaf hängen zusammen, davon können Betroffene ein Lied singen. Bisher zeigten außerdem Versuche, dass Schlafentzug eine Verbesserung der Symptome bewirkt. Nun hat eine Arbeitsgruppe um J. Todd Arnedt von der University of Michigan in einer kleinen Studie an 68 Depressiven jedoch einen Zusammenhang gefunden, der diesen bisherigen Untersuchungen zu widersprechen scheint. Demnach nämlich ist es gerade viel Schlaf, der die Wirkung von Antidepressiva unterstützt. In der Gruppe, die für das Experiment acht Stunden pro Tag im Bett verbrachte, schlug das Antidepressivum Fluoxetin fast doppelt so oft innerhalb der ersten zwei Wochen an wie in jener Gruppe, die nur sechs Stunden Bettruhe verordnet bekam.

Antidepressiva wie Fluoxetin sind ein wichtiger Teil der Therapie gegen Depression – doch die Probleme dieser Wirkstoffe sind berüchtigt. Bis sie wirken, kann es sechs Wochen und länger dauern, und bei einem erheblichen Teil der Betroffenen wirken sie gar nicht oder nur schlecht. Die Ursache für diese Schwankungen sind unbekannt. Möglicherweise spielt dabei auch der Tagesrhythmus eine Rolle: Darauf weisen neben der Erfahrung, dass ein strukturierter Tagesablauf oft zur Verbesserung beiträgt, auch die früheren Befunde über den Einfluss des Schlafs hin. Diesen wollte das Team um Arnedt nun zusammen mit Antidepressiva testen – und gelangte zu einem unerwarteten Ergebnis: In der Gruppe, die länger schlafen durfte, wirkte das Fluoxetin am Versuchsende bei 63 Prozent, bei den Kurzschläfern nur bei 33 Prozent der Versuchspersonen. Allerdings erlauben diese vorläufigen Befunde noch keine Schlussfolgerungen für die Therapie von Depressionen.

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