Überstürzter Aufbruch: Die Rettungsmission für Swift ist gescheitert!

Die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA muss die Hoffnung aufgeben, das Neil Gehrels Swift Observatory zu retten. Wie die Raumfahrtbehörde und das private Partnerunternehmen Katalyst Space Technologies am 19. August in einer Pressemitteilung bekannt gaben, machen Probleme bei der Lageregelung des Rettungssatelliten LINK das geplante Andockmanöver unmöglich. Damit steht fest: Swift wird Ende des Jahres abstürzen, frühestens aber im Oktober. Zwar wird LINK das Teleskop nicht mehr auf eine höhere Umlaufbahn bringen können, die Mission soll aber noch für Übungen im All genutzt werden.
Das Swift-Observatorium wurde im Jahr 2004 gestartet, um hochenergetische Gammastrahlenausbrüche zu untersuchen. Die ursprüngliche Betriebsdauer war für nicht mehr als zwei Jahre angedacht. Seit mehr als 21 Jahren liefert es nun schon wichtige Daten, was die NASA dazu veranlasste, innerhalb kürzester Zeit eine Rettungsaktion zu initiieren. Aufgrund gesteigerter Sonnenaktivität dehnte sich die Erdatmosphäre jedoch geringfügig aus und bescherte der Sonde eine höhere Reibung. Seitdem verliert Swift stetig an Geschwindigkeit und sinkt weiter ab. Am 19. August 2026 befand es sich noch in einer Höhe von rund 345 Kilometern. Da eine Anhebung inzwischen ausgeschlossen ist, wird das Teleskop voraussichtlich noch vor Ende des Jahres in der Erdatmosphäre verglühen.
»Dies ist nicht das erhoffte Ergebnis, aber es ändert nichts daran, dass die Mission einen Versuch wert war.«Jared Isaacman, NASA-Administrator
Um das Teleskop zu retten, vergab die NASA im September 2025 einen Vertrag über 30 Millionen US-Dollar an das private Raumfahrt-Startup Katalyst Space Technologies. Das Unternehmen hatte weniger als ein Jahr Zeit, um das Rettungsgerät LINK zu entwerfen, zu bauen und zu testen. Nach dem erfolgreichen Start am 3. Juli 2026 traten drei Wochen später, am 28 , jedoch Probleme auf: Die Lageregelung (englisch: attitude control) der Sonde funktionierte nicht richtig. Diese ist für die stabile Ausrichtung, Drehung und Orientierung im All zuständig und sorgt dafür, dass Antennen, Sensoren oder Triebwerke in die richtige Richtung zeigen. Infolge der Fehlfunktion begann sich LINK unkontrolliert zu drehen. Weil sich die Sonde nicht mehr stabilisieren und ausrichten lässt, ist es unmöglich, sich dem Swift-Teleskop koordiniert zu nähern, geschweige denn, es zu greifen. Der ursprüngliche Plan sah vor, es über ein bis zwei Monate auf eine Höhe von rund 600 Kilometern zu bringen. Swift wird nun, wie anfänglich befürchtet, Ende des Jahres abstürzen und verglühen.
Der dennoch stattfindende Vorbeiflug soll noch für diverse Testzwecke, etwa für Navigationssensoren, genutzt werden. Die NASA erhofft sich davon wertvolle Daten für zukünftige robotische Wartungsmissionen im All. »Dies ist nicht das erhoffte Ergebnis, aber es ändert nichts daran, dass die Mission einen Versuch wert war«, bekräftigt der NASA-Administrator Jared Isaacman.
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