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News: Überwachungskameras denken mit

Herkömmliche Überwachungskameras mit Videorekordern haben entscheidende Nachteile: Die Auswertung der Bänder ist zeitaufwendig, wenn man etwa den Zeitpunkt eines Einbruchs nicht kennt. Und findet ein Einbrecher das Videogerät, kann er die Aufzeichnung zerstören. Moderne Systeme bieten da Besseres: Die neuen Kameras zeichnen nicht nur die Tat auf, sondern schlagen auch Alarm, wenn es beispielsweise in der U-Bahn zu Schlägereien kommt.
Für Farbsprayer brechen harte Zeiten an: Während der U-Bahn-Waggon noch verziert wird, schickt die Kamera im Wagen über Funk bereits das Bild der Täter auf die Monitore der Sicherheitsbeamten. Sie sehen eine Aufzeichnung, die bereits einige Zeit vor der Tat beginnt, wie Axel Gläser vom Schweizer Unternehmen Ascom erklärt: "Da sind auch die Bilder dabei, wo gesprüht wurde: Der Täter ist genau erkennbar. Damit ist es dem Überwachungspersonal sehr leicht möglich, den Täter zu identifizieren. Zudem wird das Personal deutlich entlastet, weil nicht mehr sehr viele Monitore überwacht werden müssen, sondern nur noch abnormale Szenen angeschaut werden müssen." Abnormal ist hier wörtlich zu nehmen, denn das an die Kamera angeschlossene System bezieht sich auf das sogenannte normale Bild. Normal wäre im Fall der U-Bahn, dass sich die Umgebung am Fenster vorbei bewegt. Ein aufs Fenster gesprühtes Graffito bewegt sich nicht und löst deswegen Alarm aus. Normal wäre auch, dass in den Gängen zwischen den Sitzreihen nur an den Haltestellen viel Bewegung herrscht. Heftige Bewegungen während der Fahrt könnten ein Indiz für eine Schlägerei sein und ebenfalls einen Alarm auslösen. Am Bildschirm in der Alarmzentrale entscheidet dann letztendlich ein Mensch, wie die Situation tatsächlich einzuschätzen ist. Das System selbst ist lernfähig und arbeitet bereits nach zwei bis drei Stunden Training zuverlässig.

Für die Überwachung von Kleinbetrieben und privatem Besitz interessant dürfte die sogenannte Mobotix-Kamera sein: Handtellergroß verbirgt der kleine Kasten eine Stereokamera und verfügt über verschiedene Schnittstellen, über die die Kamera kommunizieren kann. Der integrierte Webserver kann – eine Standleitung vorausgesetzt – die Bilder ins Internet übertragen. Ein Videorekorder ist auch hier überflüssig, denn die Bilder stehen im Netz oder werden im Alarmfall direkt an die Mailbox übertragen. Dass die Kamera dann gleichzeitig einen Alarm ans Handy sendet und neben der E-Mail noch ein Fax samt Wegbeschreibung an die Polizei schickt, ist für die Hersteller ebenso selbstverständlich wie die Unabhängigkeit vom Netzstrom: Es wird nur rund ein Watt benötigt, der Strom kann direkt aus der ISDN-Leitung bezogen werden.

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