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Neue Bestattungsmethode: Umweltfreundlich auf dem Kompostfriedhof verwesen

In den USA ist es bald möglich, seinen Körper nach dem Tod ökologisch wertvoll kompostieren zu lassen. Eine Studie hat nun geprüft, ob das Verfahren auch wirklich funktioniert.
Illustration eines Kompostfriedhofs der Firma RecomposeLaden...

Immer mehr Menschen versuchen, ein nachhaltiges Leben zu führen und auf Klima- und Umweltschutz zu achten. In den USA haben Menschen nun demnächst auch die Möglichkeit, nach dem Tod möglichst umweltfreundlich und rasch zu verwesen. Dabei wird der Körper in speziell ausgestatteten Behältern nach ungefähr 30 Tagen quasi zu Erde reduziert. Die amerikanische Bodenkundlerin Lynne Carpenter-Boggs von der Washington State University hat das Verfahren, das für Tierkadaver in den USA bereits etabliert ist, nun für die Anwendung auf menschliche Leichname getestet. Ihre Ergebnisse stellte sie auf der Jahreskonferenz der American Association for the Advancement of Science vor.

Die Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Recompose, welches das neue Verfahren kommerziell nutzen will. Dazu wird der Leichnam in einen Behälter gebettet, der mit Stroh, Holzspänen und Luzernen oder Schneckenklee gefüllt ist und erwärmt werden kann. Während der Körper regelmäßig gewendet wird, verrichten Mikroben ihre Arbeit: Nach 30 Tagen würde ein Leichnam zu mehr als einen halben Kubikmeter Erde zerfallen.

Carpenter-Boggs untersuchte nun, ob das Verfahren namens »natural organic reduction« auch tatsächlich unschädliche Erde produziert. Für ihre Studie hatten sich sechs Versuchsteilnehmer gemeldet, die vor ihrem Tod zustimmten, ihren Leichnam nach dem neuen Verfahren verwesen zu lassen. Die Forscherin präsentierte am vergangenen Wochenende auf der Wissenschaftskonferenz in Seattle ihre Ergebnisse. Beim Zerfallsprozess habe der Körper bisweilen eine Temperatur von 55 Grad Celsius angenommen, fand Carpenter-Boggs laut der Nachrichtenseite »BBC News« heraus. Die Wärme würde auch schädliche Organismen zersetzen.

Gegenüber »BBC News« erklärte die Firmengründerin von Recompose, Katrina Spade, dass das neue Verfahren den Ausstoß von ungefähr 1,4 Tonnen Kohlendioxid verhindern würde. Auf diese Menge belaufe sich die Ökobilanz bei der Einäscherung eines Menschen, sagt Spade. Ebenso würden Kosten für die spätere Grabpflege entfallen, da man die Erde des Toten in der freien Natur entsorgen könne. Die neue Bestattungsmethode ist bislang nur in den USA offiziell zugelassen. Und dort seit Mai 2019 nur im US-Bundesstaat Washington.

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