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Gentechnisch manipulierte Organismen: Umweltvorteile durch gentechnisch veränderte Pflanzen?

Britische Wissenschaftler berichten, dass sie durch den Einsatz gentechnisch veränderter Rüben und zeitlich angepassten Sprühens von Unkrautvertilgungsmitteln das herbstliche Futterangebot für Vögel in den Feldern gegenüber konventionellen Anbaumethoden entscheidend verbessern konnten. Die Rüben waren mit einem Gen versehen, das sie resistent gegen das Herbizid Glyphosat macht. Dieses abbaubare und daher als relativ umweltfreundlich geltende Mittel kann in vielen Kulturen nicht eingesetzt werden, da es die Nutzpflanzen selbst schädigt.

Die Forscher um Mike May von der Broom's Barn Research Station stellten fest, dass sie bei frühen Sprühterminen mit Glyphosat und einem Verzicht auf eine zweite Behandlung später im Jahr ein reiches Beikräuterwachstum zum Herbst ermöglichen konnten, das Insekten und damit Vögeln ein gutes Futterangebot für den Herbst sichert. Die Rübenernte war vergleichbar erfolgreich wie bei konventioneller Herbizidanwendung, die "Ernte" an Samen aus den Wildkräutern fiel dagegen sogar größer aus – mit einem entsprechend zu erwartenden positiven Effekt für die Tierwelt, der allerdings nicht untersucht wurde.

Doch die Ergebnisse stoßen auf Kritik: Der frühe erste Sprühtermine sorge dafür, dass im Frühjahr und Sommer die Nahrung für Insekten und Vögel knapp werde, erklärt Pete Riley von der Five Year Freeze Campaign, die gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft protestiert. Misstrauen weckte auch die Tatsache, dass die Forschungsarbeit von der Vereinigung biotechnologischer Unternehmen finanziell gefördert wurde. Die Autoren betonen allerdings, dass dies keinen Einfluss auf ihre Ergebnisse und deren Veröffentlichung gehabt habe.
20.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 20.01.2005

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