Archäologie: Unbekannte Maya-Stätte mitten im mexikanischen Dschungel entdeckt

In Mexiko haben Archäologen eine vom Dickicht des Regenwalds überwucherte jahrhundertealte Maya-Stätte im Dschungel entdeckt. Das Forscherteam gab der Stadt den Namen Minanbé, was in der Sprache der Maya »Es gibt keinen Pfad« bedeutet. Der rund 15 Hektar große Ruinenkomplex aus der Zeit zwischen 600 und 900 n. Chr. wurde im Biosphärenreservat Calakmul im Bundesstaat Campeche gefunden, wie die Kulturbehörde INAH mitteilte.
Das mexikanisch-slowenische Team um den Archäologen Ivan Šprajc musste zunächst mit Macheten einen fünf Kilometer langen Pfad freischlagen und anschließend weitere sechs Kilometer in den Regenwald vordringen, um die Stätte zu erreichen. Dort entdeckten sie einen 13 Meter hohen Pyramidentempel, Altäre, palastartige Gebäude, Plätze, Wasserkanäle sowie einen Reliefstein mit einer Enthauptungsszene.
Die Ruinen wurden mithilfe laserbasierter Technologie erforscht und teilweise ausgegraben. »Die Denkmäler und Hieroglyphentexte liefern neue Erkenntnisse über die letzten Jahrhunderte der Maya-Zivilisation«, schrieb Kulturministerin Claudia Curiel de Icaza auf der Plattform »X«.
Die Überreste der Mayastätte erstrecken sich den Analysen zufolge auf rund 15 Hektar.
Im Vergleich zu anderen Fundorten sei der Zugang zu der historischen Stätte deutlich schwieriger gewesen, sagte Teamleiter Šprajc – daher der sinnbildlich für den Ort ausgewählte Name Minanbé. Die Stätte war demnach unberührt und wies keine Anzeichen von Plünderungen auf. »Das war eine große Überraschung für uns«, sagte Šprajc. (dpa/dam)
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