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Meteoriten: Ungewöhnlicher Mond-Meteorit gefunden

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Frisch entdecktes Fundobjekt | Meteorit MIL 05035 unmittelbar nach der Entdeckung: Den glänzend schwarzen Überzug entwickelt der Brocken beim Durchqueren der Atmosphäre.
In der Antarktis sind Forscher auf einen Meteoriten vom Mond gestoßen, dessen mineralische Zusammensetzung und Textur bisher nur einem weiteren der zahlreichen Proben von dem Erdtrabanten ähnelt und auf ein sehr hohes Alter hindeutet. Er stammt demnach wohl aus einer Zeit der Mondgeschichte, die bislang durch Meteoriten unterrepräsentiert ist.

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Blick ins Innenleben | Das Innere des Meteoriten zeigt sich grobkörnig, wie es typisch für Gesteine ist, die langsam erstarren. Der Würfel hat einen Zentimeter Kantenlänge.
MIL 05035, so der offizielle Name des Fundstücks, wiegt 142,2 Gramm und ist etwas größer als ein Golfball. Es handelt sich um einen sehr grobkörnigen Gabbro, der tief in der Mondkruste durch langsames Abkühlen von Magma entstanden ist. Die vollständige Umwandlung der Feldspate zu Glas zeigen, dass das Gestein stark geschockt wurde, wahrscheinlich durch Einschläge. Damit ähnelt der Brocken nur dem Mond-Meteoriten Asuka 881757, der ebenfalls in der Antarktis auftauchte und zu den ältesten bekannten Steinproben vom Mond gehört.

DünnschliffLaden...
Dünnschliff | Ein Dünnschliff des Gesteins: Im polarisierten Licht unter dem Mikroskop offenbaren sich hier die mikroskopische Textur, Kristallstruktur und mineralische Zusammensetzung. Hauptbestandteile sind Pyroxen (bunt gefärbt und mosaikartig verteilt) sowie Maskelynit (dunkelgrau), das aus Feldspat durch starken Schock wie bei einem Einschlag entsteht. Der weiße Strich entspricht in etwa einem Millimeter.
Ralph Harvey von der Case Western Reserve University und seine Kollegen des Antarctic Search for Meteorites program (ANSMET) waren am 11. Dezember 2005 in nur 600 Metern Entfernung vom Camp auf den Brocken gestoßen. Insgesamt konnten sie in den sechs Wochen der Sommersaison 2005/2006, die durch starke Schneefälle die Suche erschwerte, 238 Fundstücke aufsammeln.
16.09.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 16.09.2006

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