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Raumsonden: Unser Nachbarplanet im Blick von Venus Express

Blick auf die Venusatmosphäre

Unser innerer Nachbarplanet Venus ist von einer permanenten Wolkendecke umgeben, die niemals aufreißt. Sie verwehrt im sichtbaren und ultravioletten Licht jeglichen Blick auf die Oberfläche. Nun hat die Europäische Raumfahrtbehörde ESA ein Video der Venusatmosphäre veröffentlicht, das die Raumsonde Venus Express bei ihrem Umlauf am 7. und 8. Januar 2013 aufnahm. Im sichtbaren Licht erscheint Venus als helle Scheibe, die außer ihrer Lichtphase kaum weitere Einzelheiten offenbart. Im ultravioletten Licht zeigen sich dagegen auffällige Wolkenstrukturen, die durch einen "unbekannten Ultraviolett-Absorber" erzeugt werden. Möglicherweise handelt es sich dabei um molekularen Schwefel. Die Wolkenstrukturen verdeutlichen das dynamische Zirkulationsverhalten der Venusatmosphäre, die in vier Tagen einmal den Planeten umrundet. Dieses Verhalten wird als Superrotation bezeichnet und erfolgt sehr viel schneller als sich der Planet selbst dreht. Venus benötigt 243 Tage für eine Umdrehung, ist also rund 60-mal langsamer als ihre obere Atmosphäre.

Das Video beginnt in einer Entfernung von 66 000 Kilometern über dem Südpol, wobei der Betrachter auf den polaren Wirbel blickt. Venus erscheint hier in Halbphase. Nun nähert sich die Sonde dem Planeten immer mehr an, so dass der Planet rasch das Blickfeld der Venus Monitoring Camera (VMC) ausfüllt. Bald erreicht die Sonde ihre dichteste Annäherung von 250 Kilometern in der Nähe des Nordpols. Somit zeigt die VMC nur noch Ausschnitte der turbulenten Wolkendecke, die rund 70 Kilometer oberhalb der festen Oberfläche schwebt. Kurz darauf entfernt sich Venus Express wieder vom Planeten und die VMC-Bilder zeigen ihn wieder in Halbphase. Ein Umlauf von Venus Express dauert 24 Stunden, die Bilder decken keinen vollständigen Orbit ab, denn bei jedem Umlauf richtet sich die Sonde mit ihrer Antenne für mehrere Stunden auf die Erde aus, um ihre gesammelten Daten zur Bodenstation zu funken. In diesen Zeiträumen zeigt die VMC-Kamera daher nicht auf die Venus.

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  • Quellen
ESA, 21. Januar 2013

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