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Exoplaneten: Unser nächster ferner Nachbar im All

In nur 21 Lichtjahren Entfernung fliegt ein felsiger Planet durch das All: Er ist der uns am nächsten liegende erdähnliche Himmelskörper, der bislang entdeckt wurde.
Exoplanet HD 219134b (künstl. Darstellung)

In nur 21 Lichtjahren Entfernung entdeckten Astronomen um Michael Werner vom NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena ein Planetensystem, das aus mindestens drei Supererden sowie einem Gasriesen besteht und um einen Roten Zwerg im Sternbild Kassiopeia kreist. Und einer dieser Himmelskörper – genannt HD 219134b – scheint tatsächlich aus festem Gestein zu bestehen und wäre damit der uns bislang nächste Felsplanet außerhalb unseres eigenen Sonnensystems, wie die Forscher melden. Er bewegt sich in nur drei Tagen um seinen Stern, und eine dieser Passagen wurde nun vom Spitzer-Weltraumteleskop beobachtet. Wegen dieses engen Abstands kann der Exoplanet unmöglich Leben beherbergen, doch ist er für die Wissenschaft "Gold wert", freut sich Werner: Sein vergleichsweise geringer Abstand zur Erde dürfte ihn zu einem bevorzugten Objekt für Erforschung von Exoplaneten machen.

HD 219134b besitzt eine Masse, die 4,5-mal größer als die Erde ist; zudem ist er 1,6-mal größer als unser Heimatplanet. Seine Dichte entspricht allerdings in etwa derjenigen der Erde, weshalb die Beteiligten davon ausgehen, dass er aus ähnlichem Material aufgebaut ist. Auf seiner Oberfläche herrschen allerdings Temperaturen von rund 430 Grad Celsius, das entspricht den Bedingungen auf der Venus. Allerdings ist unklar, ob er eine Atmosphäre besitzt – das sollen weitere Studien klären, denn eine Gashülle lässt sich über veränderte Strahlungswerte des Sterns der Spektralklasse K nachweisen, wenn der Planet diesen passiert. Auf Grund der hohen Temperaturen und der starken Gravitation durch seine Sonne, dürfte HD 219134b tektonisch sehr aktiv sein. "Wahrscheinlich handelt es sich bei ihm um eine Art Lavawelt mit Vulkanen", so Stephane Udry von der Université de Genève, der an der Arbeit beteiligt ist. Auch zu den beiden anderen Supererden liegen Daten vor: Eine davon hat 2,7-mal mehr Masse als die Erde und braucht für den Umlauf 6,7 Tage, die andere weist 8,7-mal mehr Masse auf und benötigt 46,8 Tage. Der Gasriese wiederum ist etwa doppelt so weit von seinem Stern entfernt wie die Erde von der Sonne: Er braucht drei Jahre für einen Umlauf.

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