Direkt zum Inhalt

Vulkane: Unter dem Mauna Kea bebt es alle zwölf Minuten

Tief unter dem Mauna Kea auf Hawaii haben sich in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Mikroerdbeben ereignet. Erwacht der Vulkan bald wieder?
Mauna Kea auf Hawaii

Der Mauna Kea ist der höchste Berg Hawaiis – und ein schlafender Vulkan. Doch auch, wenn er seit mehr als 4000 Jahren nicht mehr ausgebrochen ist, rumort es unter seine Oberfläche recht ordentlich. Darauf deutet eine Studie hin, die ein Team um Aaron Wech vom Alaska Volcano Observatory in Anchorage nun im Fachmagazin »Science« veröffentlicht hat. Bei seismischen Messungen entdeckten die Forscher, dass in den vergangenen 20 Jahren mehr als eine Million tiefer, niederfrequenter Erdbeben den Boden unter dem Mauna Kea erschüttert haben.

Die winzigen Beben ereigneten sich dabei mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit: Alle sieben bis zwölf Minuten sei eines aufgetreten, wie die Gruppe berichtet. Über einen Tag hinweg hätten sie zusammengenommen in etwa die Kraft eines Erdbebens der Stärke 3. Einzeln sind die Beben allerdings nicht spürbar gewesen; selbst Messinstrumenten bleiben solche »deep long-period earthquakes« (DLPs) oft verborgen.

Bislang haben Wissenschaftler derartige Beben vor allem mit dem Eindringen oder Aufsteigen von Magma in Verbindung gebracht – und damit als eine Art Vorboten für einen erneuten Ausbruch betrachtet. Für die Aktivität unter dem Mauna Kea haben Wech und seine Kollegen allerdings eine andere Erklärung parat: Offenbar ist das ruhende, sich langsam abkühlende Magma tief unter dem Vulkan für die Beben verantwortlich. Während es kristallisiert, setzt es Gase frei, die das Gestein unter Druck setzen und schließlich brechen lassen, was dann zu kleineren Erschütterungen führt.

Die Autoren vermuten, dass dieser Prozess häufiger unter Vulkanen stattfindet als bislang angenommen. Robin Matoza von der University of California in Santa Barbara schlägt deshalb in einem Begleitartikel vor, die Hypothese der Wissenschaftler im nächsten Schritt an anderen Vulkanen zu testen, bei denen in der Vergangenheit ebenfalls DLPs registriert wurden.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte