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News: Unternehmenforscher beschleunigen Parkplatzsuche

Wer glaubt, die Suche nach einem Parkplatz stets falsch anzugehen, kann jetzt Ergebnisse der mathematisch orientierten Unternehmensforschung nutzen. Nach Meinung von Wissenschaftlern gibt es zwei optimale Strategien für die Wahl einer geeigneten Parklücke. Wer allerdings Fußwege scheut, muß dafür eine längere Parkplatzsuche in Kauf nehmen: Er braucht im Durchschnitt zehn Sekunden länger, bis das Auto endlich steht.
Richard Cassady von der Mississippi State University und John E. Kobza von der State University in Blacksburg veröffentlichten ihre Resultate im Magazin Transportation Science, herausgegeben von dem Institute for Operations Research and the Management Sciences (INFORMS). Wer einen großzügig angelegten Parkplatz vor einem Einkaufszentrum anfährt und Zeit sparen will, sollte sich nach den Berechnungen der Unternehmensforscher schon bei der Auffahrt für eine der beiden Strategien entscheiden. Die erste, eher konservative Suchtaktik nennen die Forscher "Reihe suchen – beste Lücke". Egal, welche Zufahrt der Fahrer passiert, bei diesem Verfahren muß er die direkt zum Eingang führende Parkreihe anfahren. Dort eingebogen, nimmt er dann schlicht die Lücke, die dem Eingang am nächsten liegt.

Bei der zweiten Strategie hatten die Wissenschaftler einen eher aggressiven Fahrer im Sinn. Wenn er auf den Parkplatz fährt, steuert er die Parkreihe an, die dem Eingang am nächsten kommt. Dort eingebogen sucht der Fahrer unter den zwanzig dem Eingang am nächsten liegenden Plätzen die günstigste Lücke aus. Sind die zwanzig Plätze jedoch besetzt, fährt er in die Nachbarreihe und sucht dort unter den vierzig nächstliegenden Plätzen eine Lücke. Ist auch hier wieder alles dicht, kehrt er zur ersten Parkreihe zurück und wählt dort aus den verbliebenen freien Plätzen den günstigsten aus.

Wenn es darum geht, Zeit zu sparen, ist die konservative Strategie der aggressiven Vorgehensweise überlegen. Wer das "Reihe suchen – beste Lücke"-Verfahren wählt, braucht für seine Suche im Durchschnitt 61 Sekunden. Dagegen benötigt der aggressivere Fahrer 71 Sekunden, um sein Auto abzustellen. Allerdings hat er anschließend in der Regel einen kürzeren Fußweg zurückzulegen.

Um die Suchstrategien miteinander vergleichen zu können, haben Cassady und Kobza drei Meßvariablen definiert, welche die Güte eines Parkplatzes angeben. Zunächst berücksichtigten sie die Fußwege, die der Wahl eines Parkplatzes folgen. Dazu gehört der Weg zum Eingang sowie der Rückweg zum Auto, wobei anschließend noch der Einkaufswagen abzustellen ist. Die zweite Meßvariable ist die durchschnittlich benötigte Zeit für die Suche nach dem Parkplatz. Die dritte Größe beinhaltet eine Kombination aus Fußweg und Suchzeit: Sie gibt die Zeit an, die im Durchschnitt vergeht, bis der Fahrer von der Parkplatz-Auffahrt zum Eingang des Supermarktes gelangt ist.

Für ihre Studien nahmen die Autoren einen Parkplatz an, der aus sieben Reihen mit je 72 Stellplätzen besteht. Der Parkplatz hat vier Eingänge, Behinderten-Stellplätze, Bediensteten-Parkplätze sowie Abstellorte für Einkaufswagen. Die Wissenschaftler setzten außerdem voraus, daß der Autofahrer die leeren Stellplätze erkennt, sobald er in eine Parkreihe einbiegt.

Die Autoren wollen mit der Studie auch den Bau eines intelligenten Fahrleitsystems anregen, das dem Fahrer bei Bedarf eine optimale Parkstrategie vorschlägt. Sie glauben außerdem: Mit Hilfe ihrer Studien ist es möglich, Parkplätze zu entwerfen, die den Bedürfnissen der Kunden besser entsprechen und außerdem den zur Verfügung stehenden Parkraum günstiger nutzen.

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