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Ebola-Ausbruch: Neue Kombinationstherapie gegen Ebola in Erprobung

Seit Anfang Juli läuft der klinische Test zweier unterschiedlicher Therapieverfahren gegen das tödliche Virus. Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich derweil weiter aus.
3D-Illustration eines Blutgefäßes mit roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Viruspartikeln.
In ihrer Länge variieren die fadenförmigen Ebola-Viren zwischen 1 und 4 Mikrometern (µm), ihr Durchmesser beträgt 80 Nanometer. Am Computer erzeugtes 3D-Bild des Ebola-Virus, dargestellt im Stil einer Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo könnte nach Ansicht des Amsterdamer Tropenmediziners Martin Grobusch angesichts der großen Zahl an Infizierten bis ins kommende Jahr andauern. Zuletzt waren 1926 Fälle im Labor bestätigt worden. Ein erkrankter Arzt aus den USA liegt nun im Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Bereits im Mai war ein anderer Patient, ebenfalls ein Mediziner aus den Vereinigten Staaten, an der Charité in Berlin behandelt worden. Als ein Grund für den Transfer nach Deutschland wurde unter anderem die besondere Expertise mit derartigen Erregern hierzulande genannt.

Kontaktverfolgung spielt zentrale Rolle

Grobusch, der das Zentrum für Tropen- und Reisemedizin an der Universität von Amsterdam leitet, sieht auch eine positive Entwicklung. Man habe geschätzt schon 85 bis 95 Prozent der Kontaktpersonen identifiziert, die sich angesteckt haben könnten, sagte er gegenüber dem ScienceMediaCenter. Am Ende sei nicht die Verfügbarkeit einer Impfung, sondern die Kontaktnachverfolgung sowie das Finden und Behandeln der Patienten der Weg, mit dem der Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden könne. Allerdings sind Berichte dazu, wie gut die Kontakte isoliert werden, widersprüchlich. So stehen in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu laut Informationen des EDC derzeit nur rund 79 Prozent der identifizierten Kontaktpersonen unter Beobachtung.

Ebola ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist besonders schwer einzudämmen, weil er spät erkannt wurde und weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. An einer Impfung wird geforscht.

Antivirale Kombinations-Therapie 

Seit Anfang Juli läuft außerdem die klinische Testung zweier Therapieverfahren gegen das Virus. Bei dem einen handelt es sich um einen Cocktail aus zwei monoklonalen Antikörpern mit dem Namen MBP134. Die ursprünglichen Antikörper stammten aus dem Blut eines Überlebenden der westafrikanischen Ebola-Epidemie von 2014 bis 2016. Die Antikörper wurden in den folgenden Jahren im Labor so weiterentwickelt, dass sie gegen mehrere Virusvarianten, darunter den Bundibugyo-Typ, wirken können.

Außerdem erhalten die Patienten das antivirale Medikament Remdesivir, das auch bei COVID-19 zum Einsatz kommt. Ursprünglich wurde Remdesivir sogar gegen Ebola entwickelt. Bei dem Ausbruch von 2019 erwies es sich allerdings als alleinige antivirale Therapie nicht als besonders wirksam. Mit der jetzigen Kombination beider Medikamente war bereits der US-Arzt behandelt worden, der im Mai und Juni in der Berliner Charité lag. Er erholte sich und konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen.

Leichen sind hochansteckend

Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte wiederholt auf Herausforderungen bei der Nachverfolgung von Kontakten bestätigter Ebola-Fälle hingewiesen. Obwohl Gesundheitsmitarbeiter und Freiwillige etwa des Roten Kreuzes seit Bekanntgabe des Ausbruchs Mitte Mai Aufklärungsarbeit leisten, gibt es in der betroffenen Region im Nordosten des Kongo viel Skepsis im Umgang mit der Krankheit. Mehrfach wurden Behandlungszentren angegriffen, um etwa die Herausgabe verstorbener Patienten zu erzwingen. Die Leichen gelten als hochansteckend und müssen daher unter speziellen Sicherheitsbedingungen beigesetzt werden. Außerdem setzten sich mutmaßlich Infizierte wiederholt ab, um eine Isolierung zu vermeiden. Nach den jüngsten Zahlen der kongolesischen Regierung sind 702 Menschen an dem Virus gestorben, 318 gelten als genesen. (dpa/kag)

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